Startseite :  FidoNet :  FidoNet ABC  06.01.2009 9:50 Uhr
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In den Jahren, in denen ich im FidoNet aktiv bin, habe ich es immer wieder erlebt, dass sich User darüber beschwert haben, dass es keine Möglichkeit gibt, sich über FidoNet umfassend und schnell zu informieren.

In der Zeit, als sich die Fido-Sysops in Deutschland noch persönlich kannten, und Fido nur etwas für 'echte' Freax war, gab es das Problem in diesem Ausmass nicht. Man war es von der Installation seiner Fido-Software her schon gewohnt, sich die Informationen an allen möglichen und unmöglichen Stellen besorgen zu müssen. Warum sollte es also bei Fido anders sein?

Es gab (und gibt) eine Policy, in der drinsteht, was ein Node wissen =muss=. Das Problem ist nur, dass in der Policy nicht alles drinsteht, was ein Neuling im Fido vielleicht gerne wissen =will=.

Um dieses Manko wenigstens etwas zu beheben, begann ich Anfang 92 damit, Informationsmaterial zu erstellen und mich nach geeigneten Texten umzusehen. Die Resonanz auf mein Vorhaben war überwältigend. ('Ja, sowas fehlt schon lange, mach das!'). Lediglich auf meine Bitte, mich dabei mit geeigneten Texten zu unterstützen, stiess ich - bis auf wenige Ausnahmen - auf taube Ohren. Vielleicht lag es an meiner Forderung, dass die Texte keinem Copyright unterliegen durften, bzw. dass ich vom Verfasser eines Textes das Einverständnis verlange, die Texte nach eigenem Ermessen verändern zu dürfen, ich weiss es nicht. Diese Forderungen sind aber meines Erachtens notwendig, um Redundanzen so weit als möglich zu vermeiden.

Ich begann also damit, selbst kurze Erläuterungen zu immer wieder auftauchenden Fragen zu schreiben und diese regelmässig in der FIDOGUIDE.GER zu veröffentlichen. Ausserdem sah ich mich in verschiedenen Netzen nach Brauchbarem um und habe auch tatsächlich einiges gefunden. Vieles davon bedurfte jedoch einer Anpassung an die speziellen Gegebenheiten im FidoNet, wenn es nicht mehr Fragen aufwerfen als beantworten sollte.

Also versuchte ich, von den jeweiligen Autoren oder den Verwaltern der Texte das Einverständnis für die nötigen Änderungen zu bekommen, was auch in einigen Fällen geschah.

Jetzt hiess es eigentlich nur noch, die Texte zu überarbeiten, zu ergänzen, zusammenzufassen, Redundanzen zu beseitigen, und schon ist ein kleiner Leitfaden für Einsteiger fertig.

Nun, das Ganze nahm doch einige Zeit in Anspruch, aber das erste Ergebnis liegt nun vor, und ich denke, dass es mittlerweile eigentlich (trotz meiner Bedenken hinsichtlich der Unzulänglichkeiten) veröffentlicht werden sollte. Es ist und wird immer unvollständig sein, aber damit werde ich (und wirst Du) leben müssen.

Für Anregungen und geeignete Texte (Voraussetzung siehe oben) bin ich immer dankbar. Wenn Du also glaubst, etwas zu diesem Leitfaden beitragen zu können, melde Dich einfach.

Bedanken möchte ich mich bei:

                    Rainer Abele (2:241/7200)
                    Joachim Astel (dowjones@jattmp.nbg.sub.org)
                    Tom Jennings (1:125/111)
                    Joachim Krieger (2:247/107.3)
                    Martin Pangert (2:243/35.20)
                    und ganz besonders bei Christine
für die erhaltene Unterstützung.

OK, jetzt aber, here we go...

Inhaltsverzeichnis

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z


Wie es mit Fido anfing

Fidonet History and Operation

[Original von Tom Jennings, 8.Februar 1985; auszugsweise und frei übersetzt von andy kreuzer]

Als FidoNet das erste Mal getestet wurde, gab es zwei Nodes: Mich selbst, hier auf Fido #1 in San Francisco, und John Madill auf Fido #2 in Baltimore. John und ich entwickelten und testeten es. Der Zweck: zu sehen, ob sowas möglich ist, hauptsächlich aus Spass an der Freude, etwa wie Amateurfunk. Es wurde schnell nützlich; anstatt ständig zu versuchen, die Box des Anderen anzurufen und Nachrichten zu hinterlassen, oder teure Voice-Telefonate zu führen, wurden Fido-Msgs mehr oder weniger zur Regel.

Das war Fido Version 7, irgendwann, etwa Juni 84 oder so; es hatte weder Routing, File-Attach, Retry Control, Error Handling, Kostenberechnung, Logfiles, noch irgendwelche der anderen hübschen Features, die seitdem hinzu kamen. Ein Paket wurde erstellt, ein Anruf wurde gemacht, das Paket übertragen, das war's. Das war auch ausreichend für einen Monat oder zwei, solange es weniger als 20 Nodes gab.

Im August 84 wurden es bereits 30 Nodes; das Netz verstopfte, ob Du's glaubst oder nicht. Fidonet war nicht gerade intelligent, was die ausgehenden Anrufe betraf. Mit 30 Systemen wurde die Koordination schwierig; anstatt eines einfachen Anrufs bei den Sysops, der früher genügte, um Probleme wie falsche Telefonnummern, Hardwareschwierigkeiten, usw. zu lösen, dauerte es mittlerweile Tage, bis das kleinste Problemchen gelöst war. Mittlerweile waren es 6 Nodes in New Orleans, und Fido #1 machte je einen Anruf bei jedem dieser Nodes, wo doch offensichtlich einer ausgereicht hätte. Damit begann das Zeitalter des Routings.

Das 'Original' FidoNet war sehr einfach und freundlich; Du erzähltest mir auf Fido #1 dass Du einen Fidonode fertig hattest, ich setzte Dich mit Deiner Telefonnummer in die Liste, die Leute riefen an und holten die Liste. Fertig!

Nun ... anfangs kannte jeder jeden, wir waren mehr oder weniger ständig in Kontakt zueinander. Obwohl, als die Nodenummern in die Zwanziger gingen, kamen auf einmal Leute mit nem Fidonode daher, die keiner von uns kannte. Das war gut so, bedeutete aber andererseits auch, dass der Kontakt zueinander nicht mehr so eng sein konnte wie früher.

Das Netz fing an, schlechter zu funktionieren; jede Woche gab's mindestens eine falsche Nummer, meist waren's zwei. Um die Bedeutung einer falschen Nummer in der Nodeliste zu verdeutlichen: stell Dir vor, Du bist eine alte Dame, die jede Nacht alle 2 Minuten ab 4 Uhr morgens Anrufe bekommt. Es meldet sich niemand und dann wird aufgelegt. Das passierte tatsächlich; wenn Mail eine oder zwei Wochen lang nicht rausging, nahm ich nach dem Wählen den Hörer ab und war in der peinlichen Lage, einer extrem müden und extrem verärgerten Person erklären zu müssen, was eine Mailbox ist.

Es gab auch Fälle, in denen ein neuer Node noch nicht wirklich betriebsbereit war, und die angegebene Telefonnummer war die normale Nummer, die nur zeitweise für Fido genutzt wurde. Aber ich vergass das und nahm sie trotzdem in die Liste auf. Oder der neue Node war wirklich noch nicht installiert und wir riefen ihn an und er antwortete nicht. Oder, noch schlimmer, das Modem antwortete, aber die Software lief nicht und wir mussten die Anrufe natürlich bezahlen.

So konnte es also nicht weitergehen. Wir mussten irgendwie sicherstellen, dass zumindest die Telefonnummer stimmte. Ich begann eine neue Politik: Bevor eine neue Nodenummer vergeben und in die Liste aufgenommen wurde, musste ich eine FidoNet Message direkt von dem neuen Node erhalten haben. Das stellte sicher, dass der neue Node zumindest halbwegs lief. Damals hatte Fido eine Funktion womit die Nodenummer remote von Fido #1 aus eingestellt werden konnte. Ich sandte eine Nachricht zurück und schwupp! ein neuer Node war da.

Nun, auch das funktionierte nicht richtig. Zur selben Zeit änderte sich die Fido-Software so schnell, das ich durch die vorzunehmenden Anpassungen neue Nodeanträge verlor, durch unleserliche Handschrift falsche Nodenummern vergab, ... einfach alle möglichen Probleme tauchten auf. Aus Faulheit vergab ich wieder Nodenummern auf mündliche Anforderung hin und geriet in den selben Schlamassel wie vorher.

Die Leute in St. Louis (Tony Clark, Ben Baker, Ken Kaplan, John Wichman, Mike Mellinger) boten sich an, die Verwaltung der Nodeliste zu übernehmen und neue Nodeanträge zu bearbeiten, damit ich mich der Software widmen konnte. Sie führten die Notwendigkeit einer direkten Message wieder ein und zogen es konsequent durch. Innerhalb einiger Monate hatten sie die Fehlerrate (falsche Nummern etc.) praktisch auf Null, wo sie auch heute noch ist.

Obwohl ich das programmieren erledigte, kümmerten sich Ken Kaplan, Ben Baker und die Jungs in St. Louis auch um das Design und testeten routen, weiterleiten und lokale Netze. Sie sind immer noch die Experten für's Routing und helfen Sysops, lokale Netze einzurichten.

Vergiss bitte nicht, es dauerte nur 3 Monate, bis die Anzahl der Nodes von 2 auf über 50 gestiegen war! 50 Nodes ist mehr als es sich anhört. FidoNet wuchs weiter von 50 Nodes ungefähr im September 84 auf über 160 Nodes im Januar/Februar 85.

Heute ist FidoNet ein Netz, das sich sehr schnell der Komplexität von kommerziellen Netzen nähert und hat mehr Möglichkeiten als manches 'Mininetz', wie etwa USENET, das weder Routing noch Hosts kennt. Lediglich ARPAnet hat einige der Features die Fido hat. Das Southern California Network ist 3 Ebenen tief, mit Hosts in Orange, LA, Ventura, San Berdino und San Diego.

FidoNet ist heute schon zu gross, um es als informellen Club laufen zu lassen. Die Fehlermöglichkeiten sind zu gross um Nummern wahllos in die Nodelist aufnehmen zu können. Ich denke, wir sind heute in der Lage, in der die Amateurfunker vor ein paar Jahren waren.

Die Anforderungen für neue Nodes sind recht gering, und sie erscheinen manchem, der nicht weiss, was abläuft, als willkürlich und streng. Im folgenden deshalb eine Erklärung, damit es jeder verstehen kann.

FidoNet's Zweck:

Sehr einfach; es ist ein Hobby, ein nicht-kommerzielles Netz von Computerbegeisterten ('Hacker' im ursprünglichen Sinn), die spielen und den Nutzen von Netzwerken herausfinden wollen. Es ist keinesfalls eine kommerzielle Unternehmung. FidoNet wird ausschliesslich von den Usern und den Sysops getragen und ist in mancher Hinsicht verwandt zum Amateurfunk. Bis auf wenige 'starre' Regeln betreibt jeder Sysop sein System so, wie es ihm gefällt und aus Gründen, die niemanden sonst etwas angehen.

Die 'starren' Regeln:

Tatsächlich sind sie nicht so schlecht wie sie klingen; im Grunde genommen ist es Höflichkeit, die lediglich festgeschrieben wurde:

1. Neue Nodes, siehe oben. 2. Wenn Dein System für mehr als eine Woche nicht betriebsbereit ist, lass es Fido #51 wissen. Er wird Dich solange aus der Nodelist nehmen, damit andere Nodes keine Anrufe verschwenden. 3. Wenn sich Deine Telefonnummer ändert oder du mit Fido aufhören willst, sag ihm ebenfalls Bescheid.

Was man immer bedenken sollte: Die Anrufe, die von Fidosystemen gemacht werden, kosten irgendjemanden Geld. Wenn Dein System eine Nacht oder so nicht online ist, mach dir nichts draus. Stell nur sicher, dass dein Modem nicht abhebt.


Anmerkung des Übersetzers

Wie gesagt, das sind lediglich Auszüge aus dem Original, das hier als TJ-FH-1.ARJ requestbar ist. Ich habe bewusst auf den Rest verzichtet, da er lediglich noch Prozeduren beschreibt, nach denen damals abgefahren wurde. Die Übersetzung ist in Teilen recht frei und man könnte es sicher besser machen. Aber ich denke, es erfüllt auch so seinen Zweck.

Vergesst bitte nicht: Der Text stammt von 1985. Ich glaube aber, dass er trotzdem (oder deswegen) für einige von Interesse ist.

Ausserdem gibt es hier noch einen zweiten Teil der History unter dem Namen TJ-FH-2.ARJ, dessen Übersetzung ich mir allerdings erspare.


Benehmen im Netz

Auszug aus Policy 4.07:

The FidoNet judicial philosophy can be summed up in two rules:

 1) Thou shalt not excessively annoy others.
 2) Thou shalt not be too easily annoyed.

Die 'rechtliche' Philosophie des FidoNet kann in zwei Regeln zusammengefasst werden:

 1) Du sollst andere nicht übermässig verärgern.
 2) Du sollst nicht zu leicht verärgert sein.


Netiquette

Die Netiquette

Dieser Artikel soll Dir helfen, die Sitten und Gebräuche des FidoNet kennenzulernen und Dir über die wichtigsten Stolpersteine hinwegzuhelfen.

Es folgen einige Tips, wie man das Netz effizient und auch höflich zu aller Zufriedenheit benutzen kann (und sollte):

 1. Vergiss niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch
    sitzt!
Die meisten Leute denken in dem Augenblick, wo sie ihre Nachrichten verfassen, leider nicht daran, dass die Nachrichten nicht ausschliesslich von Computern gelesen werden, sondern auch von (anderen?) Lebewesen, in erster Linie von Menschen.

Je nach Verbreitung kann Deine Nachricht von Leuten z. B. in ganz Deutschland oder weltweit gelesen werden. Denke stets daran und lass Dich nicht zu verbalen Ausbrüchen hinreissen. Bedenke: Je ausfallender und unhöflicher Du dich gebärdest, desto weniger Leute sind bereit, Dir zu helfen, wenn Du einmal etwas brauchst.

Eine einfache Faustregel: Schreibe nie etwas, was Du dem Adressaten nicht auch vor anderen Leuten ins Gesicht sagen würdest.

 
 2. Erst lesen, dann denken, dann nochmal lesen, dann
    nochmal denken und dann erst posten!
Die Gefahr von Missverständnissen ist bei einem geschriebenen, computerisierten Medium besonders hoch. Vergewissere Dich mehrmals, dass der Autor des Artikels, auf den Du antworten willst, auch das gemeint hat, was Du denkst. Insbesondere solltest Du darauf achten, ob nicht vielleicht Sarkasmus oder eine ähnliche Abart des Humors :-) benutzt wurde, ohne ihn mit dem Smiley-Symbol ":-)" zu kennzeichnen.

 3. Fasse Dich kurz!
Niemand liest gerne Artikel, die mehr als 50 Zeilen lang sind. Denk daran, wenn Du Artikel verfasst.

 4. Deine Artikel sprechen für Dich. Sei stolz auf sie!
Die meisten Leute im Netz kennen und beurteilen Dich nur über das, was Du in Artikeln schreibst. Versuche daher, Deine Artikel leicht verständlich und möglichst ohne Rechtschreibfehler zu verfassen.

Ein Duden neben dem Rechner mag manchem als Übertreibung erscheinen; in Anbetracht der Tatsache, dass viele Leser den Autor eines vor Fehlern beinahe unleserlichen Artikels für einen (um es ganz deutlich zu sagen) Vollidioten halten, ist diese Investition vielleicht nicht ganz verfehlt.

Bedenke, dass Dein Anliegen nicht rüberkommt, wenn es nicht einmal den elementaren Anforderungen an Stil, Form und Niveau genügt.

Bedenke bitte auch: Vielleicht lesen Deine zukünftigen Kollegen oder Dein zukünftiger Chef mit. Vorurteile bilden sich leicht.

 5. Nimm Dir Zeit, wenn Du einen Artikel schreibst!
Einige Leute denken, es würde ausreichen, einen Artikel in zwei Minuten in den Rechner zu hacken. Besonders im Hinblick auf die vorangegangenen Punkte ist das aber kaum möglich. Du solltest Dir Zeit nehmen, um einen Artikel zu verfassen, der auch 'gehobenen' Ansprüchen genügt.

 
 6. Vernachlässige nicht die Aufmachung Deines Artikels!
Es ist natürlich nicht zwingend, einen Schreibmaschinenkurs mitgemacht zu haben, jedoch ist es ratsam, sich mit den wichtigsten der "Regeln für Maschinenschreiben" (z. B. DIN 5008) vertraut zu machen.

Darüberhinaus sollten Punkte und Kommas selbstverständlich sein; durch Gross- und Kleinschreibung wird der Text leserlicher. Absätze lockern den Text auf, wenn sie alle paar Zeilen eingeschoben werden.

 
 7. Achte auf die "Subject:"-Zeile!
Wenn Du einen Artikel verfasst, achte bitte besonders auf den Inhalt der "Subject:"-Zeile. Hier sollte in kurzen Worten (möglichst unter 40 Zeichen) der Inhalt des Artikels beschrieben werden, so dass ein Leser entscheiden kann, ob er von Interesse für ihn ist oder nicht.

In länger dauernden Diskussionen kann es passieren, dass das Thema, über das debattiert wird, vom ursprünglichen "Subject" abweicht. Bitte ändere dann die "Subject:"-Zeile entsprechend ab. Eine gute Angewohnheit ist es, den alten Titel zusätzlich noch anzugeben; bei Replies auf solche Artikel sollte der alte Titel aber entfernt werden. Ein Beispiel:

Beim Antworten auf einen Artikel wirst Du mit

Subject: Kohlrabi im Vorgarten

konfrontiert. Die Diskussion ist aber längst auf das Thema "Erbsen im Treibhaus" abgeschweift. Also änderst Du wie folgt:

Subject: Erbsen im Treibhaus (war: Kohlrabi im Vorgarten)

Replies auf diesen neuen Artikel sollten nur noch den Titel

Subject:Re: Erbsen im Treibhaus

erhalten.

 
 8. Denke an die Leser!
Überleg Dir vor dem Posten eines Artikels oder einer Antwort, welche Leute Du mit Deiner Nachricht erreichen willst. Ein Artikel mit dem Titel "Fernseher Bj. 1972 an Selbstabholer" ist in einer regionalen Area sicher wesentlich besser aufgehoben als in einer weltweiten.

Wähle die Area, in der Du schreiben willst, sorgfältig aus. Beachte dabei immer die Rules der jeweiligen Area. Poste, wenn irgend möglich, nur in EINE Area. Ein "Crossposting" eines Artikels in mehrere, womöglich inhaltlich verwandte Areas ist nicht empfehlenswert.

 
 9. Vorsicht mit Humor und Sarkasmus!
Achte darauf, dass Du Deine sarkastisch gemeinten Bemerkungen so kennzeichnest, dass keine Missverständnisse provoziert werden. Bedenke: In einem schriftlichen Medium kommt nur sehr wenig von Deiner Mimik und Gestik rüber, die Du bei persönlichen Gesprächen benutzen würdest.

Im Netz gibt es für diesen Zweck eine ganze Reihe von Symbolen; die gebräuchlichsten sind ":-)" und ":-(". Wenn Dir nicht sofort auffällt, was diese Symbole bedeuten sollen, drehe den Kopf doch mal um 90 Grad nach links und schaue nochmal... :-)

 
 10. Kürze den Text, auf den Du Dich beziehst, auf das
     notwendige Minimum!
> Es ist eine gute Angewohnheit, Texte, auf die man sich
> bezieht, wörtlich zu zitieren. Wenn Du ein Reply schreibst,
> wird Dir der gesamte Text, auf den Du Dich beziehst, von
> Deinem Editor zum Bearbeiten angeboten. Der Originaltext wird
> dabei im Allgemeinen durch das Zeichen '>' eingerückt
> (ähnlich wie dieser Absatz), um klar ersichtlich zu machen,
> dass es sich dabei um zitierten Text handelt.

Mache es Dir zur Angewohnheit, nur gerade so viel Originaltext stehen zu lassen, dass dem Leser der Zusammenhang nicht verlorengeht. Das ist a) wesentlich leichter zu lesen und zu verstehen und b) keine Verschwendung von Resourcen.

Lass den Originaltext aber auch nicht ganz weg! Der Leser Deines Artikels hat den Artikel, auf den Du Dich beziehst, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr exakt in Erinnerung und hat ohne weitere Anhaltspunkte grosse Mühe, den Sinn Deiner Ausführungen zu erkennen.

ACHTUNG: Auch die Originline, sowie Path- und $een-by lines der Originalnachricht sollten nur dann zitiert werden, wenn darauf auch inhaltlich Bezug genommen wird.

 
 11. Benutze Netmail, wo immer es geht!
Wenn Du dem Autor eines Artikels etwas mitteilen willst, überlege Dir bitte genau, ob dafür nicht eine simple Netmail ausreicht.

Ein Beispiel: Spätestens dann, wenn hitzige Diskussionen schliesslich in wüste Beschimpfungsorgien ausarten, ist der Zeitpunkt gekommen, an dem die Diskussion niemanden ausser den Streithähnen interessiert.

Generell gilt: Wenn Du etwas mitteilen willst, das auch viele andere Leute interessieren könnte, benutze Echomail. Anderenfalls ist eine Netmail sicherlich ausreichend und hilft, Ärger zu vermeiden.

 
 12. Gib eine Sammlung Deiner Erkenntnisse ans Netz weiter!
Wenn Du eine Frage an die Netzgemeinde gestellt hast, und darauf Antworten per Netmail empfangen hast, welche evtl. auch andere Leute interessieren könnten, fasse Deine Ergebnisse (natürlich gekürzt) zusammen und lass damit auch das Netz von Deiner Frage profitieren.

 
 13. Achte auf die gesetzlichen Regelungen!
Es ist völlig legal, kurze Auszüge aus urheberrechtlich geschützten Werken zu informationellen Zwecken zu posten. Was darüber hinaus geht, ist illegal. Zu den urheberrechtlich geschützten Werken gehören unter anderem Zeitungsartikel, Liedtexte, Programme, Bilder etc. Ebenfalls illegal ist es, mit Wort und/oder Bild zu Straftaten aufzurufen oder zumindest Anleitungen dafür zu liefern.

Achte darauf, dass Du mit Deinem Artikel keine Gesetze brichst und bedenke, dass sich evtl. jeder strafbar macht, der solche Informationen auf dem eigenen Rechner hält und anderen zugänglich macht.

 
 14. Benutze Deinen wirklichen Namen, kein Pseudonym!
In der Mailboxszene ist es ab und zu üblich, seine wahre Identität hinter einem Pseudonym zu verbergen. Pseudonyme ermöglichen es auch, Dinge zu sagen und zu tun, die man sich sonst nicht erlauben würde. Aufgrund der negativen Erfahrungen, die sehr viele Leute auf dem Netz mit den Trägern solcher Pseudonyme gemacht haben, und auch aus presse- rechtlichen Gründen musst Du Deine Artikel mit Deinem wirklichen Namen versehen. Wenn Du nicht vorhast, Deinen Namen preiszugeben, vergiss das FidoNet bitte schnell wieder.

 
 15. Kommerzielles?
Ein gewisses Mass an kommerziellen Informationen wird auf dem Netz u.U. toleriert, z. B. Adressen von Firmen, die ein bestimmtes Produkt anbieten, nachdem jemand danach gefragt hat. Als unverschämt wird dagegen die Verbreitung von reinen Werbeinformationen angesehen.

Bedenke: Dies ist ein nichtkommerzielles Netz, und nicht jeder will Übertragungskosten für Werbung bezahlen.

 
 16. Keine "human gateways" - das Netz ist keine Mailbox!
Ebenfalls wird davon abgeraten, seine Aufgabe darin zu sehen, Artikel aus verschiedenen anderen, für jedermann zugänglichen Netzen (um Namen zu nennen: Usenet, MausNet, Z-Net, etc. pp.) ins Netz zu pumpen.

Das gilt insbesondere dann, wenn es den Informationen am allgemein üblichen Niveau mangelt, die darin angesprochenen Tatsachen jedem durchschnittlich intelligenten Menschen bereits bekannt sind oder abzusehen ist, dass sich nur ein verschwindend geringer Bruchteil der Netz-User dafür interessiert.

Bedenke: Das Netz ist keine Daten-Mülltonne.

 
 17. "Du" oder "Sie"?
Aus der Deutschsprachigkeit der "*.GER"-Areas erwächst die Frage, ob man andere Netzteilnehmer in Echo- und Netmails "duzen" oder "siezen" sollte. Dafür gibt es keine allgemeingültige Regel; es hat sich jedoch eingebürgert, den Anderen mit "Du" anzureden. 99,9 % der Teilnehmer im Netz finden das auch völlig in Ordnung und würden es als eher absonderlich ansehen, wenn sie auf einmal gesiezt werden würden.

 
 -- mit freundlicher Genehmigung von
 Joachim Astel 
 Fido-Adaption: andy kreuzer 2:246/60


Netiquette mal anders

"Liebe Emily Postnews"

Emily Postnews, höchste Instanz für gutes Netz-Benehmen, steht Dir mit Rat zur Seite.


 Liebe Emily: Wie lang sollte meine Signature sein? 

Antwort: Bitte versuche deine Signature so lang wie möglich zu machen. Als eiserne Regel gilt: Die Signature immer länger als den eigentlichen Artikel halten! Denn nur die Signature sagt was über dich aus.

Am besten sind dazu grosse ASCII-Grafiken geeignet, mit einer Menge netter Zitate und Slogans. Die Leute werden nie müde diese Perlen der Weisheit wieder und wieder zu lesen.

Ausserdem empfiehlt es sich, eine komplette Nodelist in die Signature einzuflechten, so das jeder weiss, wie er Dich erreichen kann.

Und vergiss deine Telefonnummer nicht, auch deine komplette Adresse ist von grosser Bedeutung, da die Leute auf deinen Artikel immer über Telefon oder per Brief antworten.


Liebe Emily: Ich habe heute einen Artikel geschrieben und veregssen, meine Signature dranzuhängen. Was soll ich tun?

Antwort: Geh so schnell wie möglich zu deinem Terminal und schreib einen Artikel: "Huch, Ich hab mein Signature im vorigen Artikel vergessen. Hier ist sie."

Da die meisten Leute deinen vorherigen Artikel schon nach dem Lesen vergessen haben, (weil er so öde war ohne eine schöne, witzige Signature) werden sie wieder dran erinnert. Um ihnen das lästige suchen nach dem alten Artikel zu ersparen, häng ihn nochmal dran.

Eine gute Taktik ist es, die Signature *zweimal* im Artikel zu haben, das macht die Leute glücklich.


Liebe Emily: Ich kann eine bestimmte Person in einer anderen Box nicht per Netmail erreichen. Was soll ich tun?

Antwort: Null Problemo, setz einen Artikel in eine wichtige, vielgelesene Echoarea: "Das ist für Hans Meier. Ich kann ihn nicht per Netmail erreichen, also poste ichs. Bitte ignorieren."

So werden tausende Leute ein paar Sekunden verschwenden um deinen Artikel zu lesen und dann zu ignorieren. Das sind dann summiert in etwa 16 Mann-Stunden, aber immer noch besser für Dich als nach einer alternativen Route für die Netmail zu suchen. Denn bedenke: Wenn du deine Nachricht nicht über 20000 andere Rechner verteilst, müsstest Du (schauder) nach einer alternativ-route suchen oder gar die betreffende Person anrufen. Und das kann ein paar MARK kosten, für ein 5-Minuten Gespräch!

Immer noch besser, 20 Mark anderer Leute zu verschwenden, als 80 Pfennig für ne Postkarte oder gar 2 Mark für ein Telefongespräch.

Die Welt würde untergehn, wenn du die Nachricht nicht durchbekommst. Also streue sie so weit wie möglich!


Frage: Was ist mit Test-Artikeln ?

Antwort: Wenn man testet, muss man das gesamte Netz testen. Teste niemals in eingeschränkten Verteilern, wenn Du die ganze Welt erreichen kannst. Selbst wenn Du nur ein neues Signature ausprobieren willst - niemals in einer lokalen Echoarea! Als Subject empfiehlt sich: "Bitte ignorieren", weil solche Artikel immer ignoriert werden, im Gegensatz zu: "Mein Mann verlangt obszöne Dinge von mir im Bett".


Frage: Jemand hat geschrieben, dass Jochen Vogel Kanzler ist. Was soll ich tun?

Antwort: Sofort die richtige Antwort posten! Sowas muss sofort richtiggestellt werden! Gut, das Du's bemerkt hast. Da Du womöglich der einzige bist, der die richtige Antwort kennt, solltest Du sie auch sofort allen anderen zuteil werden lassen. Da sowas immens wichtig ist, brauchst Du auch nicht nachzusehen ob schon jemand die Sache klargestellt hat.

Natürlich nicht per Netmail antworten, da alle erfahren müssen das Du der einzige bist, der weiss dass Rita Süssmuth Kanzler ist.


Frage: Jemand schrieb: "Antworten per Netmail, ich poste eine Zusammenfassung" Wie reagieren?

Antwort: Natürlich per Echomail-Reply antworten. Netmail ist nur für Typen, die nichts interessantes zu sagen haben. Da Deine Artikel sowieso die besten sind, werden sich alle freuen. (Siehe auch Thema "Signatures")


Frage: Ich habe Antworten zu einem Artikel von mir gesammelt und würde gerne eine Zusammenfassung posten. Was tun?

Antwort: Einfach alle Antworten aneinanderhängen (Unix: cat) und abschicken. Sowas nennt man dann eine Zusammenfassung. Das hat den Vorteil, das keine eventuell wichtige Antwort verloren geht. Das gleiche Verfahren sollte man auch anwenden, wenn man Abstimmungsergebnisse bekannt gibt.


Frage: Da war dieser lange Artikel, auf den ich antworten will. Wie mach ich das am besten?

Antwort: Kopiere den gesamten Artikel und streue Deine Kommentare irgendwo dazwischen (Wie immer: Posten! Nie Netmail!). Die Leute sind geradezu wild darauf diese gestückelten Debatten wieder und wieder zu lesen, besonders wenns in Beschimpfungen und "Ist so." -- "Ist nicht so!" übergeht.


Frage: Wie wähle ich die Area in die ich posten will?

Antwort: So viele wie möglich. Je grösser der Leserkreis, desto besser. Dabei muss man aber einiges beachten. Du musst sichergehen, das alle Antworten auch in alle Areas kommen. Falls Du eine wichtige Area vergessen hast, poste den Artikel nochmals! (Das zeigt wie wichtig dein Artikel ist)


Frage: Wie wärs mit einem Beispiel?

Antwort: Gerne. Sagen wir, Du möchtest bekanntgeben dass 10 neue Folgen der Schwarzwaldklinik gedreht wurden. Du meinst, das gehört nach TV.GER ? - FALSCH. Das interessiert nämlich ne Menge Leute! Verdammt wichtiges Thema. Da es vor allem für Hausfrauen interessant ist, gehörts auch in KOCHEN.GER. Falls dein Rechner Unix fährt, oder Du einen kennst, nimm auch UNIX.GER. Falls nicht, dann nimm IBM.GER. Vergiss bitte die OS/2-User nicht. Beschränk Dich aber nicht auf OS2.GER, sondern nimm die internationale OS2. (Schliesslich könnten die Folgen ja über Satellit ausgestrahlt werden.)

Da es sich um eine Soap-Opera handelt, nimm SOAP-OPERA.GER. Existiert nicht? Dann richte dieses Echo ein! Da in der Serie ein paar Witze vorkommen, vergiss auch nicht JOKES.GER sowie HUMOR.

Setz den Artikel in jede Area einzeln und verwende jeweils ein für die Area interessantes Subject, da einige Editoren Crosspostings einfach übergehen - lass Dir das nicht bieten.


Frage: Wie kreiere ich eine neue Area?

Antwort: Als erstes schreibe einen Artikel in ebbauser.ger, der die neue Area beschreibt. Diskutier ein bisschen rum und dann starte eine Abstimmung. Sammle die Stimmen etwa 30 Tage lang und vergiss nicht zwischendurch Zusammenfassungen zu posten (s.o.) damit jeder sich über doppelte Stimmen oder kaputte Mailer aufregen kann. Das bringt Dir ne Menge Popularität ein und ne Menge interessanter Mail.

Um die Area auch attraktiv zu machen, such Dir eine schöne Hierarchie aus. Um die Area auch interessant zu machen, verwende interessante Wörter wie "Sex" oder "Ausländer". Dabei spielt's keine Rolle, wofür die Area eigentlich ist.


Frage: Ich bin z{iehmlich sch^H^H^HSchlechd im Deutsch^M, was soll ich tun?

Antwort: Das ist egal. Denn der Inhalt zählt, nicht die Form! Auch wenn dein Artikel aussieht wie eine einzige komplexe ASCII-Steuersequenz, werden alle anderen Stunden damit verbringen Deinen Artikel mit zusammengekniffenen Augen zu entziffern und versuchen hinter den Sinn zu kommen!


Frage: Wie wähle ich ein Subject für meinen Artikel?

Antwort: Halte das Subject kurz und bedeutungslos. Das zwingt die Leute dazu, den Artikel zu lesen um herauszufinden, worum es geht. Daraus resultiert dann eine grössere Leserschaft, denn das Netz ist dazu da, das jeder deinen Artikel liest! Wenn Du auf einen Artikel antwortest, übernimm das alte Subject, selbst wenn sich das Thema schon zum 10. mal geändert hat. Falls Du es nicht tust, könnten einige Leute, die ganz heiss auf das 300ste Re: sind, Deinen Artikel überspringen!


Frage: In welchem Tonfall soll ich meine Artikel schreiben?

Antwort: Sei beleidigend, überheblich, gemein und eingebildet! Wenn Du nicht nach jedem dritten Wort ein Fäkalausdruck oder eine Beleidigung einflechtest, wird dein Artikel zu sachlich und die Leute beginnen sich zu langweilen. Je wüster Du bist, desto mehr Antworten wirst Du bekommen, was letztendlich das Ziel ist. Das Netz ist dazu da, dich in den Vordergrund zu stellen!


Frage: Meine Editor meldet beim speichern, ich hätte eine zu lange Signature und mehr Zitate als Text, was soll ich machen?

Antwort: Das ist nur dazu da, damit Du es umgehst und allen Leuten zeigen kannst, dass Du der Crack bist, der den Editor patchen kann. Die Leute werden denken, Du seist das Genie das eh keine Zeit hat, um dumme Artikel zu editieren, also lösche *niemals* eine Zeile des Originalartikels. Falls Du's nicht schaffst, ersetze alle ">" durch irgendwas anderes (am besten Tabs, so das der Artikel total verschmiert wird, was zeigt, was für ein cooler Typ Du bist). Die Signature lies einfach per Hand ein. (Zweimal, sicher ist sicher).


Frage: Ich hab im Radio gehört, das die Russen alle Raketen verschrotten, soll ich das posten?

Antwort: Auf jeden Fall! Dein Artikel erreicht die meisten Leute in weniger als einer Woche. Damit ist es geradezu ideal für solche Neuigkeiten die schnell verbreitet werden müssen. Da Du wahrscheinlich der einzige bist, der es erfahren hat, poste es so schnell wie möglich.


Frage: Ich kenn diesen tollen Witz. Pass auf: Kommt ein Ostfriese ...

Antwort: Ah, ja. Nie gehört. Poste ihn so schnell wie möglich, aber erzähl ihn mir bloss nicht.


Frage: Wie ist das, wenn ich irgendwelche Fragen habe? Wann soll ich sie posten?

Antwort: Immer. Es erspart Dir ne Menge Zeit. Wenn Du jedesmal im Handbuch nachsehen müsstest oder jemanden direkt fragen, wenn Du wissen willst, wie man sich das Directory anzeigen lässt, könntest Du gleich einpacken.


Frage: Wie erkenne ich eine lohnende Area?

Antwort: An der Menge der Artikel. Jede Area, die weniger als 20 Artikel pro Tag hat, ist es nicht wert beachtet zu werden.


Frage: Liebe Emily, ich habe einen persönlichen Streit mit jemandem im Netz. Ich habe alles versucht, mich bei seinem Sysop beschwert, ihm X11R3 per Netmail geschickt, ihn im Netz gebrandmarkt und seinen Boss angerufen, damit er ihn feuert. Das hat alles nichts genutzt, was soll ich jetzt noch machen?

Antwort: Schicks an die Presse. Die Reporter werden Dich verstehen und begierig sein, auch alles zu drucken. Sie verstehen es, die ganze Sache objektiv und fehlerfrei in rhetorisch einwandfreiem Stil darzustellen. Da die Presse nie sensationslustig oder rücksichtslos ist, solltest Du soviel an Rassismus, Sexismus und Brutalität untermischen wie irgend möglich.

Das wird dich natürlich sehr bekannt machen, so dass alle Leute jeden Tag darauf warten, einen Artikel von Dir zu sehen.


Frage: Jemand hat mir per Netmail gestanden, das er Masochist ist, was soll ich jetzt tun?

Antwort: Sofort die Netmail posten! Was meinst Du wohl warum BILD so beliebt ist?


Frage: What dös foobar stand for?

Antwort: It stands for you, dear.

[Originaltext: looking!brad (Brad Templeton) Update: 3.9.89 spaf@cs.purdue.edu (Gene Spafford) Deutsch: udo@watzman (Udo Klimaschewski) <5-Okt-89> Fido-Adaption: andy kreuzer @ 2:246/60 july '92]


Begriffserklärungen

Fido hat, wie sollte es anders sein, im Laufe der Zeit eine eigene Sprache entwickelt, die für Anfänger oft nicht ganz einfach zu verstehen ist. Im folgenden deshalb ein paar 'Fachbegriffe' mit denen Neulinge erfahrungsgemäss des öfteren nichts anzufangen wissen.


*

*C

abgekürzte Schreibweise für die diversen Coordinators des FidoNet. NC (NetworkCoordinator), RC (RegionCoordinator), ZC (ZoneCoordinator), IC (InternationalCoordinator). Ihre Aufgaben und Befugnisse sind in der Policy definiert.

*EC

abgekürzte Schreibweise für die diversen EchomailCoordinators. NEC, REC, ZEC. Aufgaben und Befugnisse sind in der Echopolicy geregelt.

@

der 'Klammeraffe' wird als (engl.) 'at' gelesen. Er wird häufig bei Adress- oder Domainangaben verwendet und kann - je nach Zusammenhang - mit 'in', 'bei' oder 'von' übersetzt werden.

3d / 4d Adresse

eine normale Adresse besteht aus mindestens 3 Teilen. Nämlich Zone:Network/Node. Sofern noch eine Pointnummer dazukommt, spricht man von 4d (4-dimensionaler) Adressierung. Der Überwiegende Teil der heute verwendeten Software beherrscht 4d-Adressierung.


A

Adresse

eine Adresse setzt sich zusammen aus Zone, Network, Node und ggf. Point. Meistens kann man anhand des Network auch auf die Region schliessen, dies muss aber nicht immer der Fall sein. Beispiel für eine Adresse:
 2:2487/3741.0
 | |    |    |
 | |    |    +--- Point (0 = Boss)
 | |    +-------- Node
 | +------------- Network (die ersten beiden Ziffern = Region)
 +--------------- Zone
Zu beachten ist die Form mit ' : / . '

AKA

Abkürzung für 'also known as' (auch bekannt als). Damit werden normalerweise weitere Adressen eines Systems bezeichnet.


B

Backbone

(Rückgrat); Das System, auf dem, innerhalb eines bestimmten Bereiches, die Echomail zentral zusammenläuft. Also praktisch der 'Hauptechomailserver'.

BackBoneRing (BBR)

Ähnlich dem Backbone, nur dass bei dieser Topologie die Echo- mail auf mehreren Hauptsystemen zusammenläuft, und zwischen diesen ausgetauscht wird. Also eine Art 'Zusammenschluss mehrerer kleiner Backbones'.

Bombing Run

Geroutete Carbon Copies an eine Vielzahl von Empfängern oder direkte Netmail'bombardements' von einem Node an einen anderen. Bombing Runs werden in der Regel als excessively annoying behaviour empfunden, und können für den absendenden Node zum Ausschluss aus dem Fidonet führen.

Boss (BossSystem)

ein Boss ist ein Node mit Points.


C

Carbon Copy (CC:)

Automatisches Verteilen einer Netmail an mehrere Empfänger. Damit muss eine Netmail, die an verschiedene Empfänger gehen soll, nur einmal geschrieben werden und jeder Empfänger erhält ein genaues Duplikat des Originals. (carbon copy = Durchschlag).

CM

Continous Mail. Ein Nodelist-Flag. Zeigt an, dass das System in der Lage ist, 24 Stunden am Tag Mail anzunehmen. (CM bedeuted nicht Crashmail und steht mit Crashmail auch nur indirekt in Zusammenhang.)

Complaint (formal c., official c.)

offizielle Beschwerde gegen einen anderen Node, wenn dieser gegen die Policy verstossen hat, bzw. wenn sein Benehmen als 'excessively annoying' empfunden wurde.

Crash (Crashmail)

ist Netmail, die direkt an den Empfänger gesendet wird. Vorteil: schnell, sicher. Nachteil: teuer.

Crossposting (X-posting, XC:)

Automatisches Verteilen einer Nachricht in mehreren Areas. Sollte nur sehr sparsam verwendet werden, da unnötige XC:'s in der Regel Unmut bei den Empfängern hervorrufen.


D

Downlink

System, an das Msgs weitergeleitet und von dem Msgs geschickt werden. Points sind zwar eigentlich Downlinks, werden aber selten so bezeichnet.


E

Echomail

sind öffentliche Nachrichten, die in sog. Echomail-Areas ausgetauscht werden und für jeden Bezieher dieser Area lesbar sind.

Echopolicy (Echopol, EP1)

die Echopolicy (derzeit aktuell v.1) regelt alles, was mit Echomail zu tun hat. Sie ergänzt die Worldpolicy.

EMSI

Elektronic Mail Standard Identification. Ein Verfahren, mit dem Mailer untereinander die Informationen austauschen, die zum Aufbau einer Session nötig sind.

Excessively annoying behaviour

übermässig störendes Benehmen anderen Nodes gegenüber. Kann zum Ausschluss aus dem FidoNet führen.

Excommunication

Ausschluss eines Nodes aus dem FidoNet aufgrund eines Verstosses gegen die Policy.


F

Fakenet

ein Fakenet ist eine nach Fido-Struktur aufgebaute Adresse, die ein Boss für seine Points verwendet, sofern die verwendete Software keine 4d-Adressierung beherrscht.

FAQ

Frequently asked questions. Fragen, die immer wieder gestellt werden, werden mit den Antworten in einem Text zusammengefasst. Dieser wird dann regelmässig veröffentlicht.

FidoNet

ein Zusammenschluss von derzeit etwa 35.000 Nodes, die untereinander meist in hierarchischer Topologie Netmail und Echomail austauschen und dadurch weltweit Kontakte und Informationsaustausch zwischen Usern ermöglichen. Die Zahl der über FidoNet erreichbaren User ist nicht einmal annäherungsweise schätzbar, da die meisten Nodes Mailboxen betreiben, deren Useranzahl höchst unterschiedlich ist, und da es ungezählte Gateways in sehr viele andere Netze gibt.

FidoNews / Fnews

Die 'Fido-Zeitung' (in englischer Sprache). Erscheint wöchentlich und beinhaltet Beiträge zu allen möglichen Themen. Die Themen sind nicht zwangsläufig auf Fido beschränkt. Einfach mal reinschauen.

Flame

Nachricht mit beleidigendem Inhalt. Können, wenn sie in einer Echomail-Area geschrieben werden, zum Ausschluss aus der Area führen. Sollten auch in Netmail vermieden werden. (einfachstes Hausmittel zur Vermeidung: langsam bis Hundertausend zählen, wenn die Wut danach noch nicht verraucht ist, erstmal drüber schlafen.)

FOSSIL

Fido/Opus/SEAdog Standard Interface Layer; Low-Level Treiber für die serielle Schnittstelle. Wird von nahezu allen (DOS-)Mailern benötigt. Gängige Fossils: X00.SYS und BNU.COM

FSC

Vorschläge für technische Verfahrensweisen. Vorstufe zum FTS. Kann von jedem erstellt werden. Werden auch oft schon verwendet, bevor ein FSC zum FTS gemacht wird, da es sich dabei meist um einen sehr langwierigen Prozess handelt. Stellt allerdings keine 'Normung' wie die FTS dar.

FTS

FidoNet Technical Standard. Legen verbindlich die technischen Anforderungen an Fido-Software fest. Werden vom FTSC in Kraft gesetzt.

FTSC

FidoNet Technical Standard Comitee. Setzt sich zusammen aus Programmierern von FidoNet-Software. Verabschiedt FTS' und nimmt FSC's entgegen.


G

Gateway

Übergang von einem Netz in ein anderes (z.B. FidoNet <-> MausNet). Näheres zu Gateways kann dem 'GATeway Orientierungs Ratgeber' von Michäl Keukert entnommen werden, der als 'GATOR??.*' in vielen Boxen zu finden ist.

Groupmail

ein Konzept der Echomailverteilung, bei dem die einzelnen Nachrichten zuerst an einen Moderator geschickt werden, der sie dann selektiert und ausgewählte Nachrichten in die Area einspeist. Die Einführung von Groupmail ist im FidoNet bisher aus verschiedenen Gründen bereits mehrmals gescheitert.


H

Host

die oberste Ebene in einem Network. Nimmt Netmail für das Network an und leitet sie an die entsprechenden Hubs weiter.

Hub

ein Hub ist die nächste Ebene in der Struktur des FidoNet. An einen Hub sind mehrere Nodes angeschlossen, er übernimmt für die angeschlossenen Nodes die Aufgaben eines Netmail-Verteilers.


I

I-GATE (I/O-Gate)

Regional Inbound Gateway; zentrale Stelle für den Austausch von Netmail mit anderen Regions. Netmail für andere Regions wird also ans eigene I-GATE geroutet von dort an die I-GATES der verschiedenen Regions übertragen. Die Benutzung von IGATES ist natürlich optional.

IMHO

Abkürzung für 'in my humbly opinion' (meiner bescheidenen meinung nach) oder auch 'in my honest opinion' (meiner ehrlichen meinung nach).


J


K

Kludgelines (Kludges)

Optionale Steuer-/Verarbeitungsanweisungen im Messagetext, die nötig wurden, um neue Möglichkeiten nutzen zu können, die im ursprünglichen Format einer Message nicht berücksichtigt waren. (z.B. FMPT, TOPT, CHRS, ...)


L


M

Magicnames (Magic)

ein Magicname ist ein einfach zu merkender Name, der bei einem Request verwendet werden kann um ein bestimmtes File anzufordern. Die gängigsten Magics sind 'FILES' und 'NEW'oder 'NEWFILES'. mit 'FILES' erhält man bei den meisten Systemen eine Liste aller Requestbaren Dateien, 'NEWFILES' bringt normalerweise eine Liste aller neuen Dateien, die beim Zielsystem verfügbar sind. Die Magics werden vom jeweiligen Sysop vergeben und sind (bis auf obige Ausnahmen, die einen Quasi-Standard darstellen) sehr unterschiedlich. Allerdings ist kein Sysop verpflichtet, Magics einzurichten.

Mailer

ein Mailer ist ein Programm, das es dem Benutzer ermöglicht, mit anderen Mailern automatisch Verbindung aufzunehmen und Nachrichten und/oder Files auszutauschen. Gängige Mailer sind zur Zeit: Binkley Term, FrontDoor, D'Bridge, Trapdoor, Yuppie.

Mailprocessor (Echomailprocessor, Tosser)

Sortiert die neu angekommenen Messages in die Messagebase (tossen) und bereitet die eigenen Messages zum Versenden vor (scannen). Derzeit verbreitete Tosser: Scantoss, Tosscan, Imail, Fmail, Fastecho, u.v.a.

Mail-Only (MO)

Mail-Only Systeme sind Nodes, die keine Mailbox betreiben, sondern nur aus einem Mailer bestehen. Anrufe von Online-Usern bei solchen Systemen sind deshalb zwecklos.

Moderator

Achtet darauf, dass in 'seiner' Echomail-Area die Rules eingehalten werden. Bei Verstössen kann er den Ausschluss des betreffenden Nodes von der Area veranlassen.


N

Netmail (Matrix)

Netmails sind nicht-öffentliche Nachrichten die von einem User an einen anderen gerichtet ist. Sie ist nicht privat, da jeder Node, der die Netmail routet, sie theoretisch lesen kann.

Network (Net)

ein Network ist ein Zusammenschluss von Nodes. Gemäss Policy sollte ein Network einen bestimmten geographischen Bereich abdecken. Jedes Network besteht aus einem Host, Hubs je nach Bedarf, und einer unterschiedlichen Anzahl von Nodes. In Deutschland gibt es derzeit etwa 15 Networks.

Node

ein Node ist unterste Ebene in der Struktur des FidoNet. Points eines Node sind zwar von der Art der Adressierung noch unter dem Node einzuordnen, jedoch sind sie nicht Bestandteil des FidoNet, sondern, ebenso wie User, Teilnehmer.

Nodelist

die Nodelist ist das 'Telefonbuch' des FidoNet. In ihr sind die Telefonnummern und FidoNet-Adressen aller Nodes weltweit aufgeführt. Die Nodelist (oder ein Auszug daraus) wird vom Mailern benötigt, um mit anderen Systemen Kontakt aufnehmen zu können. Nodelisteinträge: Mar. 90 ~ 7.000 Jan. 92 ~14.000 Okt. 92 ~19.000 Jan. 93 ~21.500


O

Offline Reader (QWK-Reader)

sind Programme, die es einem Onlineuser ermöglichen, sich Messages aus den verfügbaren Areas online zu komprimieren und anschliessend zu übertragen, sowie von ihm geschriebene Messages an die Box zu schicken. Vorteil: Installations eines Points ist nicht nötig. Nachteil: längere Onlinezeit, Messages sind evtl. unvollständig

Off Topic

eine Nachricht oder ein Teil einer Nachricht, die vom Thema her nicht in die Area passt, in die sie geschrieben wurde.


P

Policy (Worldpolicy, P4)

die Policy (derzeit aktuell v. 4.07) stellt quasi die 'Satzung' des FidoNet dar.

Point

ein Point ist ein User, der sich seine Nachrichten mit Hilfe eines Mailers von seinem Boss abholt und sie zuhause in Ruhe liest und beantwortet. Die Bezeichnung 'Point' kommt von der Art der Adressierung. Er bekommt eine eigene Pointnummer, die, getrennt durch einen Punkt, an die Adresse des Boss gehängt wird.

Poll (pollen)

ist der automatische Austausch von Nachrichten. Die Nachrichten liegen (meist in komprimierter Form) beim Zielsystem zur Abholung bereit ('auf hold').


Q


R

Region

eine Region ist in Europa i.d.R. identisch mit einem Staat. Sie besteht normalerweise aus mehreren Networks. Deutschland ist Region 24.

Reply

ist eine Antwort auf eine Nachricht. (Echo- oder Netmail-Reply)

Request (Freq, Filerequest)

ein Filerequest ist ein Download mit Hilfe eines Mailers. Der Filerequest ermöglicht es, ein File bei einem anderen System downzuloaden, ohne sich in die Box einloggen zu müssen. Das Zielsystem muss allerdings Requests erlauben, was nicht bei allen Systemen der Fall ist.

Routen

nennt man das Versenden von Netmail, wenn sie nicht direkt zum Empfänger geschickt wird, sondern über Zwischenstationen geht. Vorteil des Routens: es kostet den Absender weniger als Crashmail. Nachteil: es dauert länger, Netmail kann verloren gehen, andere Sysops können die Netmail lesen.

RTFM

Abkürzung für 'read the fucking manual'. Eine nicht unbedingt böse gemeinte Aufforderung, im Handbuch nachzulesen.

Rules

die Regeln, die für fast alle Echomail-Areas existieren und an die sich jeder zu halten hat, der in einer Area schreiben will. Sie werden vom jeweiligen Moderator aufgestellt.


S

Smiley

gebräuchliche Mittel zur Verdeutlichung von Ironie, Sarkasmus, Enttäuschung, usw. Die gebräuchlichsten: :-) und :-( (Zum Lesen den Kopf um 90 Grad nach links neigen). Existieren in den verschiedensten Variationen.

Signature

aus den uucp-Netzen stammende 'Unterschrift' unter den eigenen Nachrichten, oft mehrere Zeilen lang. Signatures sind im FidoNet nicht gern gesehen (in manchen Areas sogar explizit verboten), da hier die Originline die Aufgabe der Signature erfüllt.


T

Thread

Bezeichnung für eine Reihe von Msgs zu einem bestimmten Thema.

Tossen

Einsortieren von neuen Messages in die Messagebase. Wird vom Mailprocessor durchgeführt.


U

Uplink

System von dem Messages abgeholt werden und an das die eigenen Messages geschickt werden. Bei Points ist Uplink synonym zu Boss.


V


W


X


Y


Z

ZCC

Zone Coordinator Council. Oberstes 'Gremium' des FidoNet, besteht aus den 6 ZC's und dem IC.

ZMH (Zone Mailing Hour)

ist die Zeit, in der jeder Fido-Node für Anrufe anderer Nodes offenstehen muss. Während dieser Zeit dürfen keine User in der Box zugelassen werden. Ausserdem darf kein Filerequest und kein Echomailaustausch stattfinden. Die ZMH ist exklusiv für den Austausch von Netmail reserviert. Sie daürt in Europa von 2:30 - 3:30 GMT (entspricht 3:30 - 4:30 Mitteleuropäischer Zeit, bzw. 4:30 - 5:30 Mitteleuropäischer Sommerzeit)

Zone

im FidoNet gibt es derzeit sechs Zonen.
 Zone 1: Nordamerika
 Zone 2: Europa
 Zone 3: Ozeanien
 Zone 4: Lateinamerika
 Zone 5: Afrika
 Zone 6: Asien
Eine Adresse mit einer grösseren Zonennummer gehört nicht zum FidoNet, sondern in eines der unzähligen Netze, die auf Fido-Technik basieren.

Zonegate

ein Zonegate ist die zentrale Stelle, die für eine Zone den Netmailaustausch mit anderen Zonen (über deren Zonegate) erledigt.


Und wie funktioniert das ganze?

Schön zu wissen, was die Begriffe bedeuten, aber was nutzt das, wenn man nicht weiss, wie Fido funktioniert?

Also versuch ich hier, mal nen Abriss zu geben. Vielleicht wird's was.

Wie Tom Jennings oben bereits erwähnte, gab es im Fido am Anfang eine festgelegte Stunde, zu der jeder Mailer empfangsbereit sein musste. Die gibt es auch heute noch. Obwohl es manchem wie ein Anachronismus vorkommen mag, hat diese Stunde (die ZMH) doch noch ihre Berechtigung. Es gibt nämlich immer noch Länder, in denen sich die Telefongebühren nicht nach den zustande gekommenen Verbindungen berechnen. Dort wird die Gebühr teilweise schon dann fällig, wenn gewählt wird. Unabhängig davon, ob eine Verbindung zustande kam oder nicht. Um es aber weltweit jedem System zu ermöglichen, andere Systeme mit einer relativ grossen Wahrscheinlichkeit erreichen zu können, sind alle Fido-Nodes verpflichtet, während dieser ZMH weder Echomail- noch Filetransfer zuzulassen, sowie eine evtl. vorhandene Mailbox für ihre User zu sperren.

Damit wäre schon der erste Aspekt von Fido abgehandelt. Netmail kann also während der ZMH direkt an den Empfänger geschickt werden.

Aufgrund der Kostenstruktur in Deutschland hat diese Methode bei uns allerdings keine grosse Bedeutung mehr. Netmail wird im Regelfall entweder sofort direkt an den Empfänger geschickt (crash), oder eben geroutet.

Was ist aber jetzt dieses ominöse Routing?

Routing an sich bedeutet nichts anderes, als dass die Netmail von einem Node zum nächsten geschickt wird, bis sie beim Empfänger angekommen ist.

Es ist sicher leicht einzusehen, dass das ohne eine gewisse Organisation nicht geht. Diese Organisation geschieht im Fido durch eine baumartige Topologie.

 Host
 |
 |--------------------|--------------------|
 | | |
 | | |
 | | |
 Hub A Hub B Hub C
 | | |
 |------|------| |------|------| |------|------|
 | | | | | | | | |
 | | | | | | | | |
 | | | | | | | | |
 Node Node Node Node Node Node Node Node Node
 X Y Z
Wenn also nun Node X eine geroutete Netmail an Node Z schickt, wird diese vom Node zum Hub geschickt, der sie an den Host weiterleitet. Der Host weiss nun, dass Node Z unter Hub C hängt und schickt sie beim nächsten Poll von Hub C an diesen mit. Hub C leitet sie wiederum weiter an Node Z, der bei ihm pollt.

Eine Netmail, die an andere Nets/Regions/Zones geht, wird ebenfalls nach diesem Schema geroutet.

Anzumerken bleibt lediglich noch, dass es natürlich auch beliebig Querverbindungen geben kann (und tatsächlich gibt), die nach Absprache auch benutzt werden können. Wenn z.B. Node X und Node Z eine bestehende Verbindung zu Node Y haben, ist es u.U. sinnvoll, die Netmail über diesen zu routen, da dieser Weg kürzer ist.

Es ist praktisch nicht möglich (und auch nicht beabsichtigt) ein umfassendes Routing-Schema für die Region zu entwerfen. Ich hoffe aber, dass das Prinzip aus obigem Beispiel deutlich wurde.

Der zweite Faktor, der möglicherweise der Klärung bedarf, ist Echomail. Echomail ist, wie schon erwähnt, öffentliche Mail in verschiedenen, nach Themen geordneten Areas. Auch hier gilt im Prinzip das für Netmail gesagte, allerdings müssen Host und Hub, die die Netmail weiterleiten, nicht gleichzeitig auch der 'Lieferant' für Echomail sein.

Grundsätzlich ist jeder Node frei in seiner Entscheidung, von wem er welche Echomail-Areas beziehen will.

Wenn wir von der oben stehenden Skizze ausgehen, wird eine Echomail, die bei Node X geschrieben wurde, an Hub A geschickt, der sie dann an alle angeschlossenen Nodes (natürlich auch an den Host) weiterleitet. Voraussetzung hierbei ist allerdings, dass der betreffende Node die Area auch bezieht. (Im Fido gibt es, im Gegensatz zu anderen Netzen) keine Areas, die bezogen werden müssen. Jeder Node bezieht also nur die, deren Inhalt ihn interessiert.

Jeder Node verteilt also jede Echomail, die sein System erreicht, an alle an diese Area angeschlossenen Nodes, die bei ihm diese Area pollen oder bei denen er diese Area pollt.


Fragen, die immer wieder gestellt werden

F: Welche Rechte und Pflichten habe ich als User im Fidonet?

A: Keine. Fidonet ist ein Netz das per Definition nur aus Nodes besteht. Das heisst im Klartext, dass User und Points für Fidonet, 'rechtlich' gesehen, nicht existieren. Daraus ergibt sich wiederum, dass ein User/Point soviel oder sowenig Rechte hat, wie er vom jeweiligen Node zugestanden bekommt. Ursache für diese, auf den ersten Blick recht ungewöhnliche Regelung ist, dass jeder Node für alle Nachrichten, die über sein System ins Fidonet kommen, gegenüber Fidonet die Verantwortung trägt. Dies ist nicht mit der tatsächlichen (evtl. strafrechtlichen) Verantwortung zu verwechseln. Diese richtet sich selbstverständlich nach den geltenden Gesetzen.

F: Wozu dient Fidonet eigentlich? A: Fidonet wurde gegründet, um mit Gleichgesinnten Nachrichten austauschen zu können. In der Anfangszeit beschränkte sich das lediglich auf Netmail. Erst später kam Echomail hinzu, die heute de facto den Hauptbestandteil von Fidonet ausmacht. Der Hauptnutzen wird also heute praktisch aus dem Austausch von Echomail zu den verschiedensten Themen gezogen. Trotzdem werden aber natürlich viele Freundschaften (manchmal auch Feindschaften) auf Netmailbasis (weiter)gepflegt.

F: Wie ist das mit der Verteilung von Programmen über Fidonet eigentlich?

A: Eine Verteilung von Programmen hat mit Fidonet absolut nichts zu tun. Die Files, die zwischen vielen Fido-Boxen (in sog. File-Echos) ausgetauscht werden, betreffen FidoNet nicht im Geringsten. Sie sind praktisch das 'Privatvergnügen' der jeweiligen Sysops.

F: Kann ich bei einer Fido-Box Files requesten, ohne direkt bei dieser Box anrufen zu müssen?

A: Theoretisch ja, in der Praxis aber wohl nur sehr selten. Dazu wäre es nämlich nötig, die Filerequest-Msg an das Zielsystem zu routen (das geht problemlos) und das gewünschte File dann von Box zu Box bis zu deinem Bossnode zurückzurouten. Und hier taucht das eigentliche Problem auf, da wohl nur die wenigsten Nodes damit einverstanden sein werden, für irgendjemanden, den sie nicht mal kennen, etliche Megabyte Files (soviele würden es mit Sicherheit, wenn man es erlauben würde) auf seine Kosten abzuholen und für einen Einzelnen quer durch Deutschland (oder die Welt) von System zu System weiterzuleiten. Die Kosten dafür wären insgesamt auch um ein Vielfaches höher als bei einem direkten Filerequest. Es bleibt Dir also nur der direkte Anruf bei der betreffenden Box.

F: Was hat dann ein Filerequest überhaupt für Vorteile? Da kann ich das File doch genauso gut gleich normal downloaden.

A: Eigentlich schon. Nur gibt's da doch ein paar kleine Unterschiede: Bei einem normalen Download musst du dich erst in die Box einloggen, dich bis zu dem entsprechenden Download-Menü durchkämpfen, um dann eventuell feststellen zu müssen, dass ein Download nur für eingetragene User erlaubt ist. Also Userantrag ausfüllen, ein paar Tage warten, bis er bearbeitet ist, dann nochmal anrufen und hoffen dass alles klappt. Bei einem Request hingegen wird die gesamte Prozedur die mit dem Holen des Files zusammenhängt, vom Mailer automatisch und ggf. auch unbeaufsichtigt durchgeführt. Das ist zwar keine Garantie, dass du bei dem Node das gewünschte File auch bekommst, aber immerhin ist die Onlinezeit um einiges kürzer als beim normalen Download.

F: Was sollte ich beachten, wenn ich Nachrichten im Fido schreiben will? A: Als erstes solltest Du Dir immer die Frage stellen, ob die Nachricht, die Du schreiben willst, für viele Leser interessant ist, oder ob Du nur eine bestimmte Person ansprechen willst. Im zweiten Fall benutze dazu Netmail, damit nicht tausende von Leuten für die von Dir geschriebene Nachricht bezahlen müssen. Wenn Du zu dem Schluss kommst, dass möglichst viele in den Genuss Deiner Nachricht kommen sollen, überleg Dir, in welche Area die Nachricht passt. Eine Nachricht in der falschen Area erreicht nicht den von Dir gewünschten Empfängerkreis und ruft in der Regel nur Unmut hervor. (Ausserdem in vielen Fällen eine Verwarnung oder zumindest einen Hinweis durch den jeweiligen Moderator).

F: Warum sind Nachrichten mit kommerziellem Inhalt im Fido nicht erlaubt?

A: Fido ist ein Hobbynetz, das von den Sysops aus deren eigenen Taschen finanziert wird. Aus diesem Grund weigert sich Fido als kostenloses Transportmedium für Anzeigen und Werbung von Firmen zu dienen.

F: Aber wenn nun eine Firma etwas bezahlt um ihre Werbung ins FidoNet schicken zu können?

A: Es ist schlicht und ergreifend nicht möglich, für Nachrichten ins Fido eine angemessene Entschädigung zu leisten. Selbst wenn die Firma dem Node, bei dem sie die Werbung schreibt, etwas bezahlen würde, müssten tausende von Systemen für den Erhalt dieser (unerwünschten) Nachricht mit ihrem eigenen Geld bezahlen. Das Schreiben einer Nachricht kostet wenig Geld. Teuer ist das Verteilen. Und verteilt wird eben auf Kosten derer, die das ganze schlicht als Hobby betreiben.

F: Warum sind Umlaute im Fido nicht erlaubt?

A: Weil bisher noch kein von allen Systemen unterstützter Standard bezüglich der Behandlung von Umlauten existiert. Das bedeutet, dass Nachrichten mit Umlauten, die z.B. auf einem DOS-PC geschrieben wurden, auf einer Unix-Maschine nicht unbedingt angenehm zu lesen sind.

F: Warum sind verschlüsselte Netmails im Fido nicht erlaubt?

A: Unter bestimmten Voraussetzungen sind solche Netmails durchaus erlaubt. Es bedarf dazu lediglich der vorherigen Zustimmung aller Nodes, die am Routing der Netmail beteiligt sind. Liegt diese nicht vor, müssen Netmails in einem Format verschickt werden, das es jedem Sysop ermöglicht, sie ohne weitere Hilfsmittel in einem normalen Editor lesen zu können. Der Grund hierfür ist, dass es im Fido jedem Node ermöglicht werden muss, alle Nachrichten, die über sein System gehen, lesen zu können, um einen eventuellen Missbrauch seines Systems erkennen zu können. Unter Missbrauch fällt sowohl ein verdecktes Filerouting z.b. durch uuencoded Msgs, als auch Nachrichten mit kommerziellem oder strafrechtlich relevantem Inhalt.

FidoNet ist KEIN Transportmedium für PRIVATE Nachrichten, es bietet mit Netmails lediglich die Möglichkeit, Nachrichten zu transportieren, die nur für einen sehr begrenzten Personenkreis (normalerweise eine Einzelperson) von Interesse ist. Wer damit nicht einverstanden ist, soll entweder Fido meiden, oder seine privaten Nachrichten direkt an den Empfänger schicken. (Am besten per Post oder Fax.)

F: Wie sieht's mit Vorstellungen und Testmessages aus?

A: Unterschiedlich. Vorstellungen sind in einigen Areas durchaus üblich, in anderen wiederum verpönt. Grundsätzlich lässt es sich wohl so zusammenfassen: Je mehr eine Area technisch orientiert ist, umso weniger gebräuchlich sind Vorstellungen. Etwas anders verhält es sich mit Testmessages. Sie sind grundsätzlich in überregionalen Areas unerwünscht. Frag Deinen Boss, er kann dir sicher eine lokale Area nennen, die Du für Testzwecke benutzen kannst.

F: Ich interessiere mich stark für gelbgrüne Luftballons, habe aber leider keine Area zu dem Thema gefunden. Jetzt will ich selbst eine gründen. Wie kann ich das machen?

A: Als erstes solltest Du Dich erkundigen, ob andere auch Interesse an diesem Thema haben. Wenn das der Fall ist und wirklich keine Area existiert (Dein Boss sollte dazu notfalls beim REC nachfragen), bitte Deinen Boss, die Area auf seinem System einzurichten. Anschliessend teile den anderen Interessenten mit, dass es jetzt die Area 'LUFTBALLON.GER' bei deinem Boss zu beziehen gibt. Wenn das Interesse gro

Das Zitat

Oft tut auch der Unrecht, der nichts tut. Wer das Unrecht nicht verbietet, wenn er kann, der befiehlt es.
-- Mark Aurel, römischer Kaiser (121 - 180)

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