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In den Jahren, in denen ich im FidoNet aktiv bin, habe ich es immer wieder erlebt, dass sich User darüber beschwert haben, dass es keine Möglichkeit gibt, sich über FidoNet umfassend und schnell zu informieren.
In der Zeit, als sich die Fido-Sysops in Deutschland noch
persönlich kannten, und Fido nur etwas für 'echte' Freax war,
gab es das Problem in diesem Ausmass nicht. Man war es von der
Installation seiner Fido-Software her schon gewohnt, sich die
Informationen an allen möglichen und unmöglichen Stellen
besorgen zu müssen. Warum sollte es also bei Fido anders sein?
Es gab (und gibt) eine Policy, in der drinsteht, was ein
Node wissen =muss=. Das Problem ist nur, dass in der Policy
nicht alles drinsteht, was ein Neuling im Fido vielleicht gerne
wissen =will=.
Um dieses Manko wenigstens etwas zu beheben, begann ich
Anfang 92 damit, Informationsmaterial zu erstellen und mich
nach geeigneten Texten umzusehen. Die Resonanz auf mein
Vorhaben war überwältigend. ('Ja, sowas fehlt schon lange,
mach das!'). Lediglich auf meine Bitte, mich dabei mit
geeigneten Texten zu unterstützen, stiess ich - bis auf wenige
Ausnahmen - auf taube Ohren. Vielleicht lag es an meiner
Forderung, dass die Texte keinem Copyright unterliegen durften,
bzw. dass ich vom Verfasser eines Textes das Einverständnis
verlange, die Texte nach eigenem Ermessen verändern zu
dürfen, ich weiss es nicht. Diese Forderungen sind aber meines
Erachtens notwendig, um Redundanzen so weit als möglich zu
vermeiden.
Ich begann also damit, selbst kurze Erläuterungen zu immer
wieder auftauchenden Fragen zu schreiben und diese regelmässig
in der FIDOGUIDE.GER zu veröffentlichen. Ausserdem sah ich
mich in verschiedenen Netzen nach Brauchbarem um und habe auch
tatsächlich einiges gefunden. Vieles davon bedurfte jedoch
einer Anpassung an die speziellen Gegebenheiten im FidoNet,
wenn es nicht mehr Fragen aufwerfen als beantworten sollte.
Also versuchte ich, von den jeweiligen Autoren oder den
Verwaltern der Texte das Einverständnis für die nötigen
Änderungen zu bekommen, was auch in einigen Fällen geschah.
Jetzt hiess es eigentlich nur noch, die Texte zu
überarbeiten, zu ergänzen, zusammenzufassen, Redundanzen zu
beseitigen, und schon ist ein kleiner Leitfaden für Einsteiger
fertig.
Nun, das Ganze nahm doch einige Zeit in Anspruch, aber das
erste Ergebnis liegt nun vor, und ich denke, dass es
mittlerweile eigentlich (trotz meiner Bedenken hinsichtlich der
Unzulänglichkeiten) veröffentlicht werden sollte. Es ist und
wird immer unvollständig sein, aber damit werde ich (und
wirst Du) leben müssen.
Für Anregungen und geeignete Texte (Voraussetzung siehe
oben) bin ich immer dankbar. Wenn Du also glaubst, etwas zu
diesem Leitfaden beitragen zu können, melde Dich einfach.
Bedanken möchte ich mich bei:
Rainer Abele (2:241/7200)
Joachim Astel (dowjones@jattmp.nbg.sub.org)
Tom Jennings (1:125/111)
Joachim Krieger (2:247/107.3)
Martin Pangert (2:243/35.20)
und ganz besonders bei Christine
für die erhaltene Unterstützung.
OK, jetzt aber, here we go...
Inhaltsverzeichnis
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
Wie es mit Fido anfing
Fidonet History and Operation
[Original von Tom Jennings, 8.Februar 1985; auszugsweise
und frei übersetzt von andy kreuzer]
Als FidoNet das erste Mal getestet wurde, gab es zwei
Nodes: Mich selbst, hier auf Fido #1 in San Francisco, und John
Madill auf Fido #2 in Baltimore. John und ich entwickelten und
testeten es. Der Zweck: zu sehen, ob sowas möglich ist,
hauptsächlich aus Spass an der Freude, etwa wie Amateurfunk.
Es wurde schnell nützlich; anstatt ständig zu versuchen, die
Box des Anderen anzurufen und Nachrichten zu hinterlassen, oder
teure Voice-Telefonate zu führen, wurden Fido-Msgs mehr oder
weniger zur Regel.
Das war Fido Version 7, irgendwann, etwa Juni 84 oder so;
es hatte weder Routing, File-Attach, Retry Control, Error
Handling, Kostenberechnung, Logfiles, noch irgendwelche der
anderen hübschen Features, die seitdem hinzu kamen. Ein Paket
wurde erstellt, ein Anruf wurde gemacht, das Paket übertragen,
das war's. Das war auch ausreichend für einen Monat oder zwei,
solange es weniger als 20 Nodes gab.
Im August 84 wurden es bereits 30 Nodes; das Netz
verstopfte, ob Du's glaubst oder nicht. Fidonet war nicht
gerade intelligent, was die ausgehenden Anrufe betraf. Mit 30
Systemen wurde die Koordination schwierig; anstatt eines
einfachen Anrufs bei den Sysops, der früher genügte, um
Probleme wie falsche Telefonnummern, Hardwareschwierigkeiten,
usw. zu lösen, dauerte es mittlerweile Tage, bis das kleinste
Problemchen gelöst war. Mittlerweile waren es 6 Nodes in New
Orleans, und Fido #1 machte je einen Anruf bei jedem dieser
Nodes, wo doch offensichtlich einer ausgereicht hätte. Damit
begann das Zeitalter des Routings.
Das 'Original' FidoNet war sehr einfach und freundlich; Du
erzähltest mir auf Fido #1 dass Du einen Fidonode fertig
hattest, ich setzte Dich mit Deiner Telefonnummer in die Liste,
die Leute riefen an und holten die Liste. Fertig!
Nun ... anfangs kannte jeder jeden, wir waren mehr oder
weniger ständig in Kontakt zueinander. Obwohl, als die
Nodenummern in die Zwanziger gingen, kamen auf einmal Leute mit
nem Fidonode daher, die keiner von uns kannte. Das war gut so,
bedeutete aber andererseits auch, dass der Kontakt zueinander
nicht mehr so eng sein konnte wie früher.
Das Netz fing an, schlechter zu funktionieren; jede Woche
gab's mindestens eine falsche Nummer, meist waren's zwei. Um
die Bedeutung einer falschen Nummer in der Nodeliste zu
verdeutlichen: stell Dir vor, Du bist eine alte Dame, die jede
Nacht alle 2 Minuten ab 4 Uhr morgens Anrufe bekommt. Es meldet
sich niemand und dann wird aufgelegt. Das passierte
tatsächlich; wenn Mail eine oder zwei Wochen lang nicht
rausging, nahm ich nach dem Wählen den Hörer ab und war in
der peinlichen Lage, einer extrem müden und extrem
verärgerten Person erklären zu müssen, was eine Mailbox ist.
Es gab auch Fälle, in denen ein neuer Node noch nicht
wirklich betriebsbereit war, und die angegebene Telefonnummer
war die normale Nummer, die nur zeitweise für Fido genutzt
wurde. Aber ich vergass das und nahm sie trotzdem in die Liste
auf. Oder der neue Node war wirklich noch nicht installiert und
wir riefen ihn an und er antwortete nicht. Oder, noch
schlimmer, das Modem antwortete, aber die Software lief nicht
und wir mussten die Anrufe natürlich bezahlen.
So konnte es also nicht weitergehen. Wir mussten irgendwie
sicherstellen, dass zumindest die Telefonnummer stimmte. Ich
begann eine neue Politik: Bevor eine neue Nodenummer vergeben
und in die Liste aufgenommen wurde, musste ich eine FidoNet
Message direkt von dem neuen Node erhalten haben. Das stellte
sicher, dass der neue Node zumindest halbwegs lief. Damals
hatte Fido eine Funktion womit die Nodenummer remote von Fido
#1 aus eingestellt werden konnte. Ich sandte eine Nachricht
zurück und schwupp! ein neuer Node war da.
Nun, auch das funktionierte nicht richtig. Zur selben Zeit
änderte sich die Fido-Software so schnell, das ich durch die
vorzunehmenden Anpassungen neue Nodeanträge verlor, durch
unleserliche Handschrift falsche Nodenummern vergab, ...
einfach alle möglichen Probleme tauchten auf. Aus Faulheit
vergab ich wieder Nodenummern auf mündliche Anforderung hin
und geriet in den selben Schlamassel wie vorher.
Die Leute in St. Louis (Tony Clark, Ben Baker, Ken Kaplan,
John Wichman, Mike Mellinger) boten sich an, die Verwaltung der
Nodeliste zu übernehmen und neue Nodeanträge zu bearbeiten,
damit ich mich der Software widmen konnte. Sie führten die
Notwendigkeit einer direkten Message wieder ein und zogen es
konsequent durch. Innerhalb einiger Monate hatten sie die
Fehlerrate (falsche Nummern etc.) praktisch auf Null, wo sie
auch heute noch ist.
Obwohl ich das programmieren erledigte, kümmerten sich Ken
Kaplan, Ben Baker und die Jungs in St. Louis auch um das Design
und testeten routen, weiterleiten und lokale Netze. Sie sind
immer noch die Experten für's Routing und helfen Sysops,
lokale Netze einzurichten.
Vergiss bitte nicht, es dauerte nur 3 Monate, bis die
Anzahl der Nodes von 2 auf über 50 gestiegen war! 50 Nodes ist
mehr als es sich anhört. FidoNet wuchs weiter von 50 Nodes
ungefähr im September 84 auf über 160 Nodes im Januar/Februar
85.
Heute ist FidoNet ein Netz, das sich sehr schnell der
Komplexität von kommerziellen Netzen nähert und hat mehr
Möglichkeiten als manches 'Mininetz', wie etwa USENET, das
weder Routing noch Hosts kennt. Lediglich ARPAnet hat einige
der Features die Fido hat. Das Southern California Network ist
3 Ebenen tief, mit Hosts in Orange, LA, Ventura, San Berdino
und San Diego.
FidoNet ist heute schon zu gross, um es als informellen
Club laufen zu lassen. Die Fehlermöglichkeiten sind zu gross
um Nummern wahllos in die Nodelist aufnehmen zu können. Ich
denke, wir sind heute in der Lage, in der die Amateurfunker vor
ein paar Jahren waren.
Die Anforderungen für neue Nodes sind recht gering, und
sie erscheinen manchem, der nicht weiss, was abläuft, als
willkürlich und streng. Im folgenden deshalb eine Erklärung,
damit es jeder verstehen kann.
FidoNet's Zweck:
Sehr einfach; es ist ein Hobby, ein nicht-kommerzielles
Netz von Computerbegeisterten ('Hacker' im ursprünglichen
Sinn), die spielen und den Nutzen von Netzwerken herausfinden
wollen. Es ist keinesfalls eine kommerzielle Unternehmung.
FidoNet wird ausschliesslich von den Usern und den Sysops
getragen und ist in mancher Hinsicht verwandt zum Amateurfunk.
Bis auf wenige 'starre' Regeln betreibt jeder Sysop sein System
so, wie es ihm gefällt und aus Gründen, die niemanden sonst
etwas angehen.
Die 'starren' Regeln:
Tatsächlich sind sie nicht so schlecht wie sie klingen; im
Grunde genommen ist es Höflichkeit, die lediglich
festgeschrieben wurde:
1. Neue Nodes, siehe oben.
2. Wenn Dein System für mehr als eine Woche nicht
betriebsbereit ist, lass es Fido #51 wissen.
Er wird Dich solange aus der Nodelist nehmen, damit
andere Nodes keine Anrufe verschwenden.
3. Wenn sich Deine Telefonnummer ändert oder du mit Fido
aufhören willst, sag ihm ebenfalls Bescheid.
Was man immer bedenken sollte: Die Anrufe, die von
Fidosystemen gemacht werden, kosten irgendjemanden Geld. Wenn
Dein System eine Nacht oder so nicht online ist, mach dir
nichts draus. Stell nur sicher, dass dein Modem nicht abhebt.
Anmerkung des Übersetzers
Wie gesagt, das sind lediglich Auszüge aus dem Original,
das hier als TJ-FH-1.ARJ requestbar ist. Ich habe bewusst auf
den Rest verzichtet, da er lediglich noch Prozeduren
beschreibt, nach denen damals abgefahren wurde. Die
Übersetzung ist in Teilen recht frei und man könnte es sicher
besser machen. Aber ich denke, es erfüllt auch so seinen
Zweck.
Vergesst bitte nicht: Der Text stammt von 1985. Ich glaube
aber, dass er trotzdem (oder deswegen) für einige von
Interesse ist.
Ausserdem gibt es hier noch einen zweiten Teil der History
unter dem Namen TJ-FH-2.ARJ, dessen Übersetzung ich mir
allerdings erspare.
Benehmen im Netz
Auszug aus Policy 4.07:
The FidoNet judicial philosophy can be summed up in two rules:
1) Thou shalt not excessively annoy others.
2) Thou shalt not be too easily annoyed.
Die 'rechtliche' Philosophie des FidoNet kann in zwei Regeln
zusammengefasst werden:
1) Du sollst andere nicht übermässig verärgern.
2) Du sollst nicht zu leicht verärgert sein.
Netiquette
Die Netiquette
Dieser Artikel soll Dir helfen, die Sitten und Gebräuche
des FidoNet kennenzulernen und Dir über die wichtigsten
Stolpersteine hinwegzuhelfen.
Es folgen einige Tips, wie man das Netz effizient und auch
höflich zu aller Zufriedenheit benutzen kann (und sollte):
1. Vergiss niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch
sitzt!
Die meisten Leute denken in dem Augenblick, wo sie ihre
Nachrichten verfassen, leider nicht daran, dass die Nachrichten
nicht ausschliesslich von Computern gelesen werden, sondern
auch von (anderen?) Lebewesen, in erster Linie von Menschen.
Je nach Verbreitung kann Deine Nachricht von Leuten z. B.
in ganz Deutschland oder weltweit gelesen werden. Denke stets
daran und lass Dich nicht zu verbalen Ausbrüchen hinreissen.
Bedenke: Je ausfallender und unhöflicher Du dich gebärdest,
desto weniger Leute sind bereit, Dir zu helfen, wenn Du einmal
etwas brauchst.
Eine einfache Faustregel: Schreibe nie etwas, was Du dem
Adressaten nicht auch vor anderen Leuten ins Gesicht sagen
würdest.
2. Erst lesen, dann denken, dann nochmal lesen, dann
nochmal denken und dann erst posten!
Die Gefahr von Missverständnissen ist bei einem
geschriebenen, computerisierten Medium besonders hoch.
Vergewissere Dich mehrmals, dass der Autor des Artikels, auf
den Du antworten willst, auch das gemeint hat, was Du denkst.
Insbesondere solltest Du darauf achten, ob nicht vielleicht
Sarkasmus oder eine ähnliche Abart des Humors :-) benutzt
wurde, ohne ihn mit dem Smiley-Symbol ":-)" zu kennzeichnen.
3. Fasse Dich kurz!
Niemand liest gerne Artikel, die mehr als 50 Zeilen lang
sind. Denk daran, wenn Du Artikel verfasst.
4. Deine Artikel sprechen für Dich. Sei stolz auf sie!
Die meisten Leute im Netz kennen und beurteilen Dich
nur über das, was Du in Artikeln schreibst. Versuche daher,
Deine Artikel leicht verständlich und möglichst ohne
Rechtschreibfehler zu verfassen.
Ein Duden neben dem Rechner mag manchem als Übertreibung
erscheinen; in Anbetracht der Tatsache, dass viele Leser den
Autor eines vor Fehlern beinahe unleserlichen Artikels für
einen (um es ganz deutlich zu sagen) Vollidioten halten, ist
diese Investition vielleicht nicht ganz verfehlt.
Bedenke, dass Dein Anliegen nicht rüberkommt, wenn es
nicht einmal den elementaren Anforderungen an Stil, Form und
Niveau genügt.
Bedenke bitte auch: Vielleicht lesen Deine zukünftigen
Kollegen oder Dein zukünftiger Chef mit. Vorurteile bilden
sich leicht.
5. Nimm Dir Zeit, wenn Du einen Artikel schreibst!
Einige Leute denken, es würde ausreichen, einen Artikel in
zwei Minuten in den Rechner zu hacken. Besonders im Hinblick
auf die vorangegangenen Punkte ist das aber kaum möglich. Du
solltest Dir Zeit nehmen, um einen Artikel zu verfassen, der
auch 'gehobenen' Ansprüchen genügt.
6. Vernachlässige nicht die Aufmachung Deines Artikels!
Es ist natürlich nicht zwingend, einen
Schreibmaschinenkurs mitgemacht zu haben, jedoch ist es ratsam,
sich mit den wichtigsten der "Regeln für Maschinenschreiben"
(z. B. DIN 5008) vertraut zu machen.
Darüberhinaus sollten Punkte und Kommas
selbstverständlich sein; durch Gross- und Kleinschreibung wird
der Text leserlicher. Absätze lockern den Text auf, wenn sie
alle paar Zeilen eingeschoben werden.
7. Achte auf die "Subject:"-Zeile!
Wenn Du einen Artikel verfasst, achte bitte besonders auf
den Inhalt der "Subject:"-Zeile. Hier sollte in kurzen Worten
(möglichst unter 40 Zeichen) der Inhalt des Artikels
beschrieben werden, so dass ein Leser entscheiden kann, ob er
von Interesse für ihn ist oder nicht.
In länger dauernden Diskussionen kann es passieren, dass
das Thema, über das debattiert wird, vom ursprünglichen
"Subject" abweicht. Bitte ändere dann die "Subject:"-Zeile
entsprechend ab. Eine gute Angewohnheit ist es, den alten Titel
zusätzlich noch anzugeben; bei Replies auf solche Artikel
sollte der alte Titel aber entfernt werden. Ein Beispiel:
Beim Antworten auf einen Artikel wirst Du mit
Subject: Kohlrabi im Vorgarten
konfrontiert. Die Diskussion ist aber längst auf das Thema
"Erbsen im Treibhaus" abgeschweift. Also änderst Du wie folgt:
Subject: Erbsen im Treibhaus (war: Kohlrabi im Vorgarten)
Replies auf diesen neuen Artikel sollten nur noch den Titel
Subject:Re: Erbsen im Treibhaus
erhalten.
8. Denke an die Leser!
Überleg Dir vor dem Posten eines Artikels oder einer
Antwort, welche Leute Du mit Deiner Nachricht erreichen willst.
Ein Artikel mit dem Titel "Fernseher Bj. 1972 an Selbstabholer"
ist in einer regionalen Area sicher wesentlich besser
aufgehoben als in einer weltweiten.
Wähle die Area, in der Du schreiben willst, sorgfältig
aus. Beachte dabei immer die Rules der jeweiligen Area. Poste,
wenn irgend möglich, nur in EINE Area. Ein "Crossposting"
eines Artikels in mehrere, womöglich inhaltlich verwandte
Areas ist nicht empfehlenswert.
9. Vorsicht mit Humor und Sarkasmus!
Achte darauf, dass Du Deine sarkastisch gemeinten
Bemerkungen so kennzeichnest, dass keine Missverständnisse
provoziert werden. Bedenke: In einem schriftlichen Medium kommt
nur sehr wenig von Deiner Mimik und Gestik rüber, die Du bei
persönlichen Gesprächen benutzen würdest.
Im Netz gibt es für diesen Zweck eine ganze Reihe von
Symbolen; die gebräuchlichsten sind ":-)" und ":-(". Wenn
Dir nicht sofort auffällt, was diese Symbole bedeuten sollen,
drehe den Kopf doch mal um 90 Grad nach links und schaue
nochmal... :-)
10. Kürze den Text, auf den Du Dich beziehst, auf das
notwendige Minimum!
> Es ist eine gute Angewohnheit, Texte, auf die man sich
> bezieht, wörtlich zu zitieren. Wenn Du ein Reply schreibst,
> wird Dir der gesamte Text, auf den Du Dich beziehst, von
> Deinem Editor zum Bearbeiten angeboten. Der Originaltext wird
> dabei im Allgemeinen durch das Zeichen '>' eingerückt
> (ähnlich wie dieser Absatz), um klar ersichtlich zu machen,
> dass es sich dabei um zitierten Text handelt.
Mache es Dir zur Angewohnheit, nur gerade so viel
Originaltext stehen zu lassen, dass dem Leser der Zusammenhang
nicht verlorengeht. Das ist a) wesentlich leichter zu lesen und
zu verstehen und b) keine Verschwendung von Resourcen.
Lass den Originaltext aber auch nicht ganz weg! Der Leser
Deines Artikels hat den Artikel, auf den Du Dich beziehst, mit
hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr exakt in Erinnerung und
hat ohne weitere Anhaltspunkte grosse Mühe, den Sinn Deiner
Ausführungen zu erkennen.
ACHTUNG: Auch die Originline, sowie Path- und $een-by lines
der Originalnachricht sollten nur dann zitiert werden, wenn
darauf auch inhaltlich Bezug genommen wird.
11. Benutze Netmail, wo immer es geht!
Wenn Du dem Autor eines Artikels etwas mitteilen willst,
überlege Dir bitte genau, ob dafür nicht eine simple Netmail
ausreicht.
Ein Beispiel: Spätestens dann, wenn hitzige Diskussionen
schliesslich in wüste Beschimpfungsorgien ausarten, ist der
Zeitpunkt gekommen, an dem die Diskussion niemanden ausser den
Streithähnen interessiert.
Generell gilt: Wenn Du etwas mitteilen willst, das auch
viele andere Leute interessieren könnte, benutze Echomail.
Anderenfalls ist eine Netmail sicherlich ausreichend und hilft,
Ärger zu vermeiden.
12. Gib eine Sammlung Deiner Erkenntnisse ans Netz weiter!
Wenn Du eine Frage an die Netzgemeinde gestellt hast, und
darauf Antworten per Netmail empfangen hast, welche evtl. auch
andere Leute interessieren könnten, fasse Deine Ergebnisse
(natürlich gekürzt) zusammen und lass damit auch das Netz von
Deiner Frage profitieren.
13. Achte auf die gesetzlichen Regelungen!
Es ist völlig legal, kurze Auszüge aus urheberrechtlich
geschützten Werken zu informationellen Zwecken zu posten. Was
darüber hinaus geht, ist illegal. Zu den urheberrechtlich
geschützten Werken gehören unter anderem Zeitungsartikel,
Liedtexte, Programme, Bilder etc. Ebenfalls illegal ist es, mit
Wort und/oder Bild zu Straftaten aufzurufen oder zumindest
Anleitungen dafür zu liefern.
Achte darauf, dass Du mit Deinem Artikel keine Gesetze
brichst und bedenke, dass sich evtl. jeder strafbar macht, der
solche Informationen auf dem eigenen Rechner hält und anderen
zugänglich macht.
14. Benutze Deinen wirklichen Namen, kein Pseudonym!
In der Mailboxszene ist es ab und zu üblich, seine wahre
Identität hinter einem Pseudonym zu verbergen. Pseudonyme
ermöglichen es auch, Dinge zu sagen und zu tun, die man sich
sonst nicht erlauben würde. Aufgrund der negativen
Erfahrungen, die sehr viele Leute auf dem Netz mit den Trägern
solcher Pseudonyme gemacht haben, und auch aus presse-
rechtlichen Gründen musst Du Deine Artikel mit Deinem
wirklichen Namen versehen. Wenn Du nicht vorhast, Deinen Namen
preiszugeben, vergiss das FidoNet bitte schnell wieder.
15. Kommerzielles?
Ein gewisses Mass an kommerziellen Informationen wird auf
dem Netz u.U. toleriert, z. B. Adressen von Firmen, die ein
bestimmtes Produkt anbieten, nachdem jemand danach gefragt hat.
Als unverschämt wird dagegen die Verbreitung von reinen
Werbeinformationen angesehen.
Bedenke: Dies ist ein nichtkommerzielles Netz, und nicht
jeder will Übertragungskosten für Werbung bezahlen.
16. Keine "human gateways" - das Netz ist keine Mailbox!
Ebenfalls wird davon abgeraten, seine Aufgabe darin zu
sehen, Artikel aus verschiedenen anderen, für jedermann
zugänglichen Netzen (um Namen zu nennen: Usenet, MausNet,
Z-Net, etc. pp.) ins Netz zu pumpen.
Das gilt insbesondere dann, wenn es den Informationen am
allgemein üblichen Niveau mangelt, die darin angesprochenen
Tatsachen jedem durchschnittlich intelligenten Menschen
bereits bekannt sind oder abzusehen ist, dass sich nur ein
verschwindend geringer Bruchteil der Netz-User dafür
interessiert.
Bedenke: Das Netz ist keine Daten-Mülltonne.
17. "Du" oder "Sie"?
Aus der Deutschsprachigkeit der "*.GER"-Areas erwächst die
Frage, ob man andere Netzteilnehmer in Echo- und Netmails
"duzen" oder "siezen" sollte. Dafür gibt es keine
allgemeingültige Regel; es hat sich jedoch eingebürgert, den
Anderen mit "Du" anzureden. 99,9 % der Teilnehmer im Netz
finden das auch völlig in Ordnung und würden es als eher
absonderlich ansehen, wenn sie auf einmal gesiezt werden
würden.
-- mit freundlicher Genehmigung von
Joachim Astel
Fido-Adaption: andy kreuzer 2:246/60
Netiquette mal anders
"Liebe Emily Postnews"
Emily Postnews, höchste Instanz für gutes Netz-Benehmen,
steht Dir mit Rat zur Seite.
Liebe Emily: Wie lang sollte meine Signature sein?
Antwort: Bitte versuche deine Signature so lang wie möglich zu
machen. Als eiserne Regel gilt: Die Signature immer länger als
den eigentlichen Artikel halten! Denn nur die Signature sagt
was über dich aus.
Am besten sind dazu grosse ASCII-Grafiken geeignet, mit einer
Menge netter Zitate und Slogans. Die Leute werden nie müde
diese Perlen der Weisheit wieder und wieder zu lesen.
Ausserdem empfiehlt es sich, eine komplette Nodelist in die
Signature einzuflechten, so das jeder weiss, wie er Dich
erreichen kann.
Und vergiss deine Telefonnummer nicht, auch deine komplette
Adresse ist von grosser Bedeutung, da die Leute auf deinen
Artikel immer über Telefon oder per Brief antworten.
Liebe Emily: Ich habe heute einen Artikel geschrieben und
veregssen, meine Signature dranzuhängen. Was soll ich tun?
Antwort: Geh so schnell wie möglich zu deinem Terminal und
schreib einen Artikel: "Huch, Ich hab mein Signature im vorigen
Artikel vergessen. Hier ist sie."
Da die meisten Leute deinen vorherigen Artikel schon nach dem
Lesen vergessen haben, (weil er so öde war ohne eine schöne,
witzige Signature) werden sie wieder dran erinnert. Um ihnen
das lästige suchen nach dem alten Artikel zu ersparen, häng
ihn nochmal dran.
Eine gute Taktik ist es, die Signature *zweimal* im Artikel zu
haben, das macht die Leute glücklich.
Liebe Emily: Ich kann eine bestimmte Person in einer anderen
Box nicht per Netmail erreichen. Was soll ich tun?
Antwort: Null Problemo, setz einen Artikel in eine wichtige,
vielgelesene Echoarea: "Das ist für Hans Meier. Ich kann ihn
nicht per Netmail erreichen, also poste ichs. Bitte
ignorieren."
So werden tausende Leute ein paar Sekunden verschwenden um
deinen Artikel zu lesen und dann zu ignorieren. Das sind dann
summiert in etwa 16 Mann-Stunden, aber immer noch besser für
Dich als nach einer alternativen Route für die Netmail zu
suchen. Denn bedenke: Wenn du deine Nachricht nicht über 20000
andere Rechner verteilst, müsstest Du (schauder) nach einer
alternativ-route suchen oder gar die betreffende Person
anrufen. Und das kann ein paar MARK kosten, für ein 5-Minuten
Gespräch!
Immer noch besser, 20 Mark anderer Leute zu verschwenden, als
80 Pfennig für ne Postkarte oder gar 2 Mark für ein
Telefongespräch.
Die Welt würde untergehn, wenn du die Nachricht nicht
durchbekommst. Also streue sie so weit wie möglich!
Frage: Was ist mit Test-Artikeln ?
Antwort: Wenn man testet, muss man das gesamte Netz testen.
Teste niemals in eingeschränkten Verteilern, wenn Du die ganze
Welt erreichen kannst. Selbst wenn Du nur ein neues Signature
ausprobieren willst - niemals in einer lokalen Echoarea! Als
Subject empfiehlt sich: "Bitte ignorieren", weil solche
Artikel immer ignoriert werden, im Gegensatz zu: "Mein Mann
verlangt obszöne Dinge von mir im Bett".
Frage: Jemand hat geschrieben, dass Jochen Vogel Kanzler ist.
Was soll ich tun?
Antwort: Sofort die richtige Antwort posten! Sowas muss sofort
richtiggestellt werden! Gut, das Du's bemerkt hast. Da Du
womöglich der einzige bist, der die richtige Antwort kennt,
solltest Du sie auch sofort allen anderen zuteil werden lassen.
Da sowas immens wichtig ist, brauchst Du auch nicht nachzusehen
ob schon jemand die Sache klargestellt hat.
Natürlich nicht per Netmail antworten, da alle erfahren
müssen das Du der einzige bist, der weiss dass Rita Süssmuth
Kanzler ist.
Frage: Jemand schrieb: "Antworten per Netmail, ich poste eine
Zusammenfassung" Wie reagieren?
Antwort: Natürlich per Echomail-Reply antworten. Netmail ist
nur für Typen, die nichts interessantes zu sagen haben. Da
Deine Artikel sowieso die besten sind, werden sich alle freuen.
(Siehe auch Thema "Signatures")
Frage: Ich habe Antworten zu einem Artikel von mir gesammelt
und würde gerne eine Zusammenfassung posten. Was tun?
Antwort: Einfach alle Antworten aneinanderhängen (Unix: cat)
und abschicken. Sowas nennt man dann eine Zusammenfassung. Das
hat den Vorteil, das keine eventuell wichtige Antwort verloren
geht. Das gleiche Verfahren sollte man auch anwenden, wenn man
Abstimmungsergebnisse bekannt gibt.
Frage: Da war dieser lange Artikel, auf den ich antworten will.
Wie mach ich das am besten?
Antwort: Kopiere den gesamten Artikel und streue Deine
Kommentare irgendwo dazwischen (Wie immer: Posten! Nie
Netmail!). Die Leute sind geradezu wild darauf diese
gestückelten Debatten wieder und wieder zu lesen, besonders
wenns in Beschimpfungen und "Ist so." -- "Ist nicht so!"
übergeht.
Frage: Wie wähle ich die Area in die ich posten will?
Antwort: So viele wie möglich. Je grösser der Leserkreis,
desto besser. Dabei muss man aber einiges beachten. Du musst
sichergehen, das alle Antworten auch in alle Areas kommen.
Falls Du eine wichtige Area vergessen hast, poste den Artikel
nochmals! (Das zeigt wie wichtig dein Artikel ist)
Frage: Wie wärs mit einem Beispiel?
Antwort: Gerne. Sagen wir, Du möchtest bekanntgeben dass 10
neue Folgen der Schwarzwaldklinik gedreht wurden. Du meinst,
das gehört nach TV.GER ? - FALSCH. Das interessiert nämlich
ne Menge Leute! Verdammt wichtiges Thema. Da es vor allem für
Hausfrauen interessant ist, gehörts auch in KOCHEN.GER. Falls
dein Rechner Unix fährt, oder Du einen kennst, nimm auch
UNIX.GER. Falls nicht, dann nimm IBM.GER. Vergiss bitte die
OS/2-User nicht. Beschränk Dich aber nicht auf OS2.GER,
sondern nimm die internationale OS2. (Schliesslich könnten die
Folgen ja über Satellit ausgestrahlt werden.)
Da es sich um eine Soap-Opera handelt, nimm SOAP-OPERA.GER.
Existiert nicht? Dann richte dieses Echo ein! Da in der Serie
ein paar Witze vorkommen, vergiss auch nicht JOKES.GER sowie
HUMOR.
Setz den Artikel in jede Area einzeln und verwende jeweils ein
für die Area interessantes Subject, da einige Editoren
Crosspostings einfach übergehen - lass Dir das nicht bieten.
Frage: Wie kreiere ich eine neue Area?
Antwort: Als erstes schreibe einen Artikel in ebbauser.ger, der
die neue Area beschreibt. Diskutier ein bisschen rum und dann
starte eine Abstimmung. Sammle die Stimmen etwa 30 Tage lang
und vergiss nicht zwischendurch Zusammenfassungen zu posten
(s.o.) damit jeder sich über doppelte Stimmen oder kaputte
Mailer aufregen kann. Das bringt Dir ne Menge Popularität ein
und ne Menge interessanter Mail.
Um die Area auch attraktiv zu machen, such Dir eine schöne
Hierarchie aus. Um die Area auch interessant zu machen, verwende
interessante Wörter wie "Sex" oder "Ausländer". Dabei
spielt's keine Rolle, wofür die Area eigentlich ist.
Frage: Ich bin z{iehmlich sch^H^H^HSchlechd im Deutsch^M, was
soll ich tun?
Antwort: Das ist egal. Denn der Inhalt zählt, nicht die Form!
Auch wenn dein Artikel aussieht wie eine einzige komplexe
ASCII-Steuersequenz, werden alle anderen Stunden damit
verbringen Deinen Artikel mit zusammengekniffenen Augen zu
entziffern und versuchen hinter den Sinn zu kommen!
Frage: Wie wähle ich ein Subject für meinen Artikel?
Antwort: Halte das Subject kurz und bedeutungslos. Das zwingt
die Leute dazu, den Artikel zu lesen um herauszufinden, worum
es geht. Daraus resultiert dann eine grössere Leserschaft,
denn das Netz ist dazu da, das jeder deinen Artikel liest! Wenn
Du auf einen Artikel antwortest, übernimm das alte Subject,
selbst wenn sich das Thema schon zum 10. mal geändert hat.
Falls Du es nicht tust, könnten einige Leute, die ganz heiss
auf das 300ste Re: sind, Deinen Artikel überspringen!
Frage: In welchem Tonfall soll ich meine Artikel schreiben?
Antwort: Sei beleidigend, überheblich, gemein und eingebildet!
Wenn Du nicht nach jedem dritten Wort ein Fäkalausdruck oder
eine Beleidigung einflechtest, wird dein Artikel zu sachlich
und die Leute beginnen sich zu langweilen. Je wüster Du bist,
desto mehr Antworten wirst Du bekommen, was letztendlich das
Ziel ist. Das Netz ist dazu da, dich in den Vordergrund zu
stellen!
Frage: Meine Editor meldet beim speichern, ich hätte eine zu
lange Signature und mehr Zitate als Text, was soll ich machen?
Antwort: Das ist nur dazu da, damit Du es umgehst und allen
Leuten zeigen kannst, dass Du der Crack bist, der den Editor
patchen kann. Die Leute werden denken, Du seist das Genie das
eh keine Zeit hat, um dumme Artikel zu editieren, also lösche
*niemals* eine Zeile des Originalartikels. Falls Du's nicht
schaffst, ersetze alle ">" durch irgendwas anderes (am besten
Tabs, so das der Artikel total verschmiert wird, was zeigt, was
für ein cooler Typ Du bist). Die Signature lies einfach per
Hand ein. (Zweimal, sicher ist sicher).
Frage: Ich hab im Radio gehört, das die Russen alle Raketen
verschrotten, soll ich das posten?
Antwort: Auf jeden Fall! Dein Artikel erreicht die meisten
Leute in weniger als einer Woche. Damit ist es geradezu ideal
für solche Neuigkeiten die schnell verbreitet werden müssen.
Da Du wahrscheinlich der einzige bist, der es erfahren hat,
poste es so schnell wie möglich.
Frage: Ich kenn diesen tollen Witz. Pass auf: Kommt ein
Ostfriese ...
Antwort: Ah, ja. Nie gehört. Poste ihn so schnell wie
möglich, aber erzähl ihn mir bloss nicht.
Frage: Wie ist das, wenn ich irgendwelche Fragen habe? Wann
soll ich sie posten?
Antwort: Immer. Es erspart Dir ne Menge Zeit. Wenn Du jedesmal
im Handbuch nachsehen müsstest oder jemanden direkt fragen,
wenn Du wissen willst, wie man sich das Directory anzeigen
lässt, könntest Du gleich einpacken.
Frage: Wie erkenne ich eine lohnende Area?
Antwort: An der Menge der Artikel. Jede Area, die weniger als
20 Artikel pro Tag hat, ist es nicht wert beachtet zu werden.
Frage: Liebe Emily, ich habe einen persönlichen Streit mit
jemandem im Netz. Ich habe alles versucht, mich bei seinem
Sysop beschwert, ihm X11R3 per Netmail geschickt, ihn im Netz
gebrandmarkt und seinen Boss angerufen, damit er ihn feuert.
Das hat alles nichts genutzt, was soll ich jetzt noch machen?
Antwort: Schicks an die Presse. Die Reporter werden Dich
verstehen und begierig sein, auch alles zu drucken. Sie
verstehen es, die ganze Sache objektiv und fehlerfrei in
rhetorisch einwandfreiem Stil darzustellen. Da die Presse nie
sensationslustig oder rücksichtslos ist, solltest Du soviel an
Rassismus, Sexismus und Brutalität untermischen wie irgend
möglich.
Das wird dich natürlich sehr bekannt machen, so dass alle
Leute jeden Tag darauf warten, einen Artikel von Dir zu sehen.
Frage: Jemand hat mir per Netmail gestanden, das er Masochist
ist, was soll ich jetzt tun?
Antwort: Sofort die Netmail posten! Was meinst Du wohl warum
BILD so beliebt ist?
Frage: What dös foobar stand for?
Antwort: It stands for you, dear.
[Originaltext: looking!brad (Brad Templeton)
Update: 3.9.89 spaf@cs.purdue.edu (Gene Spafford)
Deutsch: udo@watzman (Udo Klimaschewski) <5-Okt-89>
Fido-Adaption: andy kreuzer @ 2:246/60 july '92]
Begriffserklärungen
Fido hat, wie sollte es anders sein, im Laufe der Zeit eine
eigene Sprache entwickelt, die für Anfänger oft nicht ganz
einfach zu verstehen ist. Im folgenden deshalb ein paar
'Fachbegriffe' mit denen Neulinge erfahrungsgemäss des
öfteren nichts anzufangen wissen.
*
*C
abgekürzte Schreibweise für die diversen Coordinators
des FidoNet. NC (NetworkCoordinator), RC (RegionCoordinator),
ZC (ZoneCoordinator), IC (InternationalCoordinator). Ihre
Aufgaben und Befugnisse sind in der Policy definiert.
*EC
abgekürzte Schreibweise für die diversen EchomailCoordinators.
NEC, REC, ZEC. Aufgaben und Befugnisse sind in der Echopolicy
geregelt.
@
der 'Klammeraffe' wird als (engl.) 'at' gelesen. Er wird
häufig bei Adress- oder Domainangaben verwendet und kann - je
nach Zusammenhang - mit 'in', 'bei' oder 'von' übersetzt
werden.
3d / 4d Adresse
eine normale Adresse besteht aus mindestens 3 Teilen. Nämlich
Zone:Network/Node. Sofern noch eine Pointnummer dazukommt,
spricht man von 4d (4-dimensionaler) Adressierung. Der
Überwiegende Teil der heute verwendeten Software beherrscht
4d-Adressierung.
A
Adresse
eine Adresse setzt sich zusammen aus Zone, Network, Node und ggf.
Point. Meistens kann man anhand des Network auch auf die Region
schliessen, dies muss aber nicht immer der Fall sein.
Beispiel für eine Adresse:
2:2487/3741.0
| | | |
| | | +--- Point (0 = Boss)
| | +-------- Node
| +------------- Network (die ersten beiden Ziffern = Region)
+--------------- Zone
Zu beachten ist die Form mit ' : / . '
AKA
Abkürzung für 'also known as' (auch bekannt als).
Damit werden normalerweise weitere Adressen eines Systems
bezeichnet.
B
Backbone
(Rückgrat); Das System, auf dem, innerhalb eines bestimmten
Bereiches, die Echomail zentral zusammenläuft. Also praktisch
der 'Hauptechomailserver'.
BackBoneRing (BBR)
Ähnlich dem Backbone, nur dass bei dieser Topologie die Echo-
mail auf mehreren Hauptsystemen zusammenläuft, und zwischen
diesen ausgetauscht wird. Also eine Art 'Zusammenschluss mehrerer
kleiner Backbones'.
Bombing Run
Geroutete Carbon Copies an eine Vielzahl von Empfängern oder
direkte Netmail'bombardements' von einem Node an einen anderen.
Bombing Runs werden in der Regel als excessively annoying
behaviour empfunden, und können für den absendenden Node zum
Ausschluss aus dem Fidonet führen.
Boss (BossSystem)
ein Boss ist ein Node mit Points.
C
Carbon Copy (CC:)
Automatisches Verteilen einer Netmail an mehrere Empfänger.
Damit muss eine Netmail, die an verschiedene Empfänger gehen
soll, nur einmal geschrieben werden und jeder Empfänger erhält
ein genaues Duplikat des Originals. (carbon copy = Durchschlag).
CM
Continous Mail. Ein Nodelist-Flag. Zeigt an, dass das System in
der Lage ist, 24 Stunden am Tag Mail anzunehmen. (CM bedeuted
nicht Crashmail und steht mit Crashmail auch nur indirekt in
Zusammenhang.)
Complaint (formal c., official c.)
offizielle Beschwerde gegen einen anderen Node, wenn dieser gegen
die Policy verstossen hat, bzw. wenn sein Benehmen als
'excessively annoying' empfunden wurde.
Crash (Crashmail)
ist Netmail, die direkt an den Empfänger gesendet wird.
Vorteil: schnell, sicher.
Nachteil: teuer.
Crossposting (X-posting, XC:)
Automatisches Verteilen einer Nachricht in mehreren Areas.
Sollte nur sehr sparsam verwendet werden, da unnötige XC:'s in
der Regel Unmut bei den Empfängern hervorrufen.
D
Downlink
System, an das Msgs weitergeleitet und von dem Msgs geschickt
werden. Points sind zwar eigentlich Downlinks, werden aber selten
so bezeichnet.
E
Echomail
sind öffentliche Nachrichten, die in sog. Echomail-Areas
ausgetauscht werden und für jeden Bezieher dieser Area lesbar
sind.
Echopolicy (Echopol, EP1)
die Echopolicy (derzeit aktuell v.1) regelt alles, was mit
Echomail zu tun hat. Sie ergänzt die Worldpolicy.
EMSI
Elektronic Mail Standard Identification. Ein Verfahren, mit dem
Mailer untereinander die Informationen austauschen, die zum
Aufbau einer Session nötig sind.
Excessively annoying behaviour
übermässig störendes Benehmen anderen Nodes gegenüber. Kann
zum Ausschluss aus dem FidoNet führen.
Excommunication
Ausschluss eines Nodes aus dem FidoNet aufgrund eines Verstosses
gegen die Policy.
F
Fakenet
ein Fakenet ist eine nach Fido-Struktur aufgebaute Adresse, die
ein Boss für seine Points verwendet, sofern die verwendete
Software keine 4d-Adressierung beherrscht.
FAQ
Frequently asked questions. Fragen, die immer wieder gestellt
werden, werden mit den Antworten in einem Text zusammengefasst.
Dieser wird dann regelmässig veröffentlicht.
FidoNet
ein Zusammenschluss von derzeit etwa 35.000 Nodes, die
untereinander meist in hierarchischer Topologie Netmail und
Echomail austauschen und dadurch weltweit Kontakte und
Informationsaustausch zwischen Usern ermöglichen. Die Zahl der
über FidoNet erreichbaren User ist nicht einmal
annäherungsweise schätzbar, da die meisten Nodes Mailboxen
betreiben, deren Useranzahl höchst unterschiedlich ist, und da
es ungezählte Gateways in sehr viele andere Netze gibt.
FidoNews / Fnews
Die 'Fido-Zeitung' (in englischer Sprache). Erscheint wöchentlich
und beinhaltet Beiträge zu allen möglichen Themen. Die Themen
sind nicht zwangsläufig auf Fido beschränkt.
Einfach mal reinschauen.
Flame
Nachricht mit beleidigendem Inhalt. Können, wenn sie in einer
Echomail-Area geschrieben werden, zum Ausschluss aus der Area
führen. Sollten auch in Netmail vermieden werden.
(einfachstes Hausmittel zur Vermeidung: langsam bis Hundertausend
zählen, wenn die Wut danach noch nicht verraucht ist, erstmal
drüber schlafen.)
FOSSIL
Fido/Opus/SEAdog Standard Interface Layer; Low-Level Treiber für
die serielle Schnittstelle. Wird von nahezu allen (DOS-)Mailern
benötigt. Gängige Fossils: X00.SYS und BNU.COM
FSC
Vorschläge für technische Verfahrensweisen. Vorstufe zum FTS.
Kann von jedem erstellt werden. Werden auch oft schon verwendet,
bevor ein FSC zum FTS gemacht wird, da es sich dabei meist um
einen sehr langwierigen Prozess handelt. Stellt allerdings keine
'Normung' wie die FTS dar.
FTS
FidoNet Technical Standard. Legen verbindlich die technischen
Anforderungen an Fido-Software fest. Werden vom FTSC in Kraft
gesetzt.
FTSC
FidoNet Technical Standard Comitee. Setzt sich zusammen aus
Programmierern von FidoNet-Software. Verabschiedt FTS' und nimmt
FSC's entgegen.
G
Gateway
Übergang von einem Netz in ein anderes (z.B. FidoNet <->
MausNet). Näheres zu Gateways kann dem 'GATeway Orientierungs
Ratgeber' von Michäl Keukert entnommen werden, der als
'GATOR??.*' in vielen Boxen zu finden ist.
Groupmail
ein Konzept der Echomailverteilung, bei dem die einzelnen
Nachrichten zuerst an einen Moderator geschickt werden, der sie
dann selektiert und ausgewählte Nachrichten in die Area
einspeist. Die Einführung von Groupmail ist im FidoNet bisher
aus verschiedenen Gründen bereits mehrmals gescheitert.
H
Host
die oberste Ebene in einem Network. Nimmt Netmail für das
Network an und leitet sie an die entsprechenden Hubs weiter.
Hub
ein Hub ist die nächste Ebene in der Struktur des FidoNet. An
einen Hub sind mehrere Nodes angeschlossen, er übernimmt für
die angeschlossenen Nodes die Aufgaben eines Netmail-Verteilers.
I
I-GATE (I/O-Gate)
Regional Inbound Gateway; zentrale Stelle für den Austausch von
Netmail mit anderen Regions. Netmail für andere Regions wird
also ans eigene I-GATE geroutet von dort an die I-GATES der
verschiedenen Regions übertragen. Die Benutzung von IGATES
ist natürlich optional.
IMHO
Abkürzung für 'in my humbly opinion' (meiner bescheidenen
meinung nach) oder auch 'in my honest opinion' (meiner ehrlichen
meinung nach).
J
K
Kludgelines (Kludges)
Optionale Steuer-/Verarbeitungsanweisungen im Messagetext, die
nötig wurden, um neue Möglichkeiten nutzen zu können, die im
ursprünglichen Format einer Message nicht berücksichtigt
waren. (z.B. FMPT, TOPT, CHRS, ...)
L
M
Magicnames (Magic)
ein Magicname ist ein einfach zu merkender Name, der bei einem
Request verwendet werden kann um ein bestimmtes File anzufordern.
Die gängigsten Magics sind 'FILES' und 'NEW'oder 'NEWFILES'. mit
'FILES' erhält man bei den meisten Systemen eine Liste aller
Requestbaren Dateien, 'NEWFILES' bringt normalerweise eine
Liste aller neuen Dateien, die beim Zielsystem verfügbar sind.
Die Magics werden vom jeweiligen Sysop vergeben und sind (bis
auf obige Ausnahmen, die einen Quasi-Standard darstellen) sehr
unterschiedlich. Allerdings ist kein Sysop verpflichtet, Magics
einzurichten.
Mailer
ein Mailer ist ein Programm, das es dem Benutzer ermöglicht, mit
anderen Mailern automatisch Verbindung aufzunehmen und
Nachrichten und/oder Files auszutauschen. Gängige Mailer sind
zur Zeit: Binkley Term, FrontDoor, D'Bridge, Trapdoor, Yuppie.
Mailprocessor (Echomailprocessor, Tosser)
Sortiert die neu angekommenen Messages in die Messagebase
(tossen) und bereitet die eigenen Messages zum Versenden vor
(scannen). Derzeit verbreitete Tosser: Scantoss, Tosscan, Imail,
Fmail, Fastecho, u.v.a.
Mail-Only (MO)
Mail-Only Systeme sind Nodes, die keine Mailbox betreiben,
sondern nur aus einem Mailer bestehen. Anrufe von Online-Usern
bei solchen Systemen sind deshalb zwecklos.
Moderator
Achtet darauf, dass in 'seiner' Echomail-Area die Rules
eingehalten werden. Bei Verstössen kann er den Ausschluss des
betreffenden Nodes von der Area veranlassen.
N
Netmail (Matrix)
Netmails sind nicht-öffentliche Nachrichten die von einem User
an einen anderen gerichtet ist. Sie ist nicht privat, da jeder
Node, der die Netmail routet, sie theoretisch lesen kann.
Network (Net)
ein Network ist ein Zusammenschluss von Nodes. Gemäss Policy
sollte ein Network einen bestimmten geographischen Bereich
abdecken. Jedes Network besteht aus einem Host, Hubs je nach
Bedarf, und einer unterschiedlichen Anzahl von Nodes. In
Deutschland gibt es derzeit etwa 15 Networks.
Node
ein Node ist unterste Ebene in der Struktur des FidoNet. Points
eines Node sind zwar von der Art der Adressierung noch unter dem
Node einzuordnen, jedoch sind sie nicht Bestandteil des FidoNet,
sondern, ebenso wie User, Teilnehmer.
Nodelist
die Nodelist ist das 'Telefonbuch' des FidoNet. In ihr sind die
Telefonnummern und FidoNet-Adressen aller Nodes weltweit
aufgeführt. Die Nodelist (oder ein Auszug daraus) wird vom
Mailern benötigt, um mit anderen Systemen Kontakt aufnehmen zu
können.
Nodelisteinträge:
Mar. 90 ~ 7.000
Jan. 92 ~14.000
Okt. 92 ~19.000
Jan. 93 ~21.500
O
Offline Reader (QWK-Reader)
sind Programme, die es einem Onlineuser ermöglichen, sich
Messages aus den verfügbaren Areas online zu komprimieren und
anschliessend zu übertragen, sowie von ihm geschriebene Messages
an die Box zu schicken.
Vorteil: Installations eines Points ist nicht nötig.
Nachteil: längere Onlinezeit, Messages sind evtl. unvollständig
Off Topic
eine Nachricht oder ein Teil einer Nachricht, die vom Thema her
nicht in die Area passt, in die sie geschrieben wurde.
P
Policy (Worldpolicy, P4)
die Policy (derzeit aktuell v. 4.07) stellt quasi die 'Satzung' des
FidoNet dar.
Point
ein Point ist ein User, der sich seine Nachrichten mit Hilfe
eines Mailers von seinem Boss abholt und sie zuhause in Ruhe
liest und beantwortet. Die Bezeichnung 'Point' kommt von der Art
der Adressierung. Er bekommt eine eigene Pointnummer, die,
getrennt durch einen Punkt, an die Adresse des Boss gehängt
wird.
Poll (pollen)
ist der automatische Austausch von Nachrichten. Die Nachrichten
liegen (meist in komprimierter Form) beim Zielsystem zur Abholung
bereit ('auf hold').
Q
R
Region
eine Region ist in Europa i.d.R. identisch mit einem Staat. Sie
besteht normalerweise aus mehreren Networks.
Deutschland ist Region 24.
Reply
ist eine Antwort auf eine Nachricht. (Echo- oder Netmail-Reply)
Request (Freq, Filerequest)
ein Filerequest ist ein Download mit Hilfe eines Mailers. Der
Filerequest ermöglicht es, ein File bei einem anderen System
downzuloaden, ohne sich in die Box einloggen zu müssen. Das
Zielsystem muss allerdings Requests erlauben, was nicht bei
allen Systemen der Fall ist.
Routen
nennt man das Versenden von Netmail, wenn sie nicht direkt zum
Empfänger geschickt wird, sondern über Zwischenstationen geht.
Vorteil des Routens: es kostet den Absender weniger als
Crashmail. Nachteil: es dauert länger, Netmail kann verloren
gehen, andere Sysops können die Netmail lesen.
RTFM
Abkürzung für 'read the fucking manual'. Eine nicht unbedingt
böse gemeinte Aufforderung, im Handbuch nachzulesen.
Rules
die Regeln, die für fast alle Echomail-Areas existieren und an
die sich jeder zu halten hat, der in einer Area schreiben will.
Sie werden vom jeweiligen Moderator aufgestellt.
S
Smiley
gebräuchliche Mittel zur Verdeutlichung von Ironie, Sarkasmus,
Enttäuschung, usw. Die gebräuchlichsten: :-) und :-( (Zum Lesen
den Kopf um 90 Grad nach links neigen). Existieren in den
verschiedensten Variationen.
Signature
aus den uucp-Netzen stammende 'Unterschrift' unter den eigenen
Nachrichten, oft mehrere Zeilen lang. Signatures sind im FidoNet
nicht gern gesehen (in manchen Areas sogar explizit verboten), da
hier die Originline die Aufgabe der Signature erfüllt.
T
Thread
Bezeichnung für eine Reihe von Msgs zu einem bestimmten Thema.
Tossen
Einsortieren von neuen Messages in die Messagebase. Wird vom
Mailprocessor durchgeführt.
U
Uplink
System von dem Messages abgeholt werden und an das die eigenen
Messages geschickt werden. Bei Points ist Uplink synonym zu Boss.
V
W
X
Y
Z
ZCC
Zone Coordinator Council. Oberstes 'Gremium' des FidoNet, besteht
aus den 6 ZC's und dem IC.
ZMH (Zone Mailing Hour)
ist die Zeit, in der jeder Fido-Node für Anrufe anderer Nodes
offenstehen muss. Während dieser Zeit dürfen keine User in der
Box zugelassen werden. Ausserdem darf kein Filerequest und kein
Echomailaustausch stattfinden. Die ZMH ist exklusiv für den
Austausch von Netmail reserviert.
Sie daürt in Europa von 2:30 - 3:30 GMT (entspricht 3:30 - 4:30
Mitteleuropäischer Zeit, bzw. 4:30 - 5:30 Mitteleuropäischer
Sommerzeit)
Zone
im FidoNet gibt es derzeit sechs Zonen.
Zone 1: Nordamerika
Zone 2: Europa
Zone 3: Ozeanien
Zone 4: Lateinamerika
Zone 5: Afrika
Zone 6: Asien
Eine Adresse mit einer grösseren Zonennummer gehört nicht zum
FidoNet, sondern in eines der unzähligen Netze, die auf
Fido-Technik basieren.
Zonegate
ein Zonegate ist die zentrale Stelle, die für eine Zone den
Netmailaustausch mit anderen Zonen (über deren Zonegate)
erledigt.
Und wie funktioniert das ganze?
Schön zu wissen, was die Begriffe bedeuten, aber was nutzt
das, wenn man nicht weiss, wie Fido funktioniert?
Also versuch ich hier, mal nen Abriss zu geben. Vielleicht
wird's was.
Wie Tom Jennings oben bereits erwähnte, gab es im Fido am
Anfang eine festgelegte Stunde, zu der jeder Mailer
empfangsbereit sein musste. Die gibt es auch heute noch. Obwohl
es manchem wie ein Anachronismus vorkommen mag, hat diese
Stunde (die ZMH) doch noch ihre Berechtigung. Es gibt nämlich
immer noch Länder, in denen sich die Telefongebühren nicht
nach den zustande gekommenen Verbindungen berechnen. Dort wird
die Gebühr teilweise schon dann fällig, wenn gewählt wird.
Unabhängig davon, ob eine Verbindung zustande kam oder nicht.
Um es aber weltweit jedem System zu ermöglichen, andere
Systeme mit einer relativ grossen Wahrscheinlichkeit erreichen
zu können, sind alle Fido-Nodes verpflichtet, während dieser
ZMH weder Echomail- noch Filetransfer zuzulassen, sowie eine
evtl. vorhandene Mailbox für ihre User zu sperren.
Damit wäre schon der erste Aspekt von Fido abgehandelt.
Netmail kann also während der ZMH direkt an den Empfänger
geschickt werden.
Aufgrund der Kostenstruktur in Deutschland hat diese
Methode bei uns allerdings keine grosse Bedeutung mehr. Netmail
wird im Regelfall entweder sofort direkt an den Empfänger
geschickt (crash), oder eben geroutet.
Was ist aber jetzt dieses ominöse Routing?
Routing an sich bedeutet nichts anderes, als dass die
Netmail von einem Node zum nächsten geschickt wird, bis sie
beim Empfänger angekommen ist.
Es ist sicher leicht einzusehen, dass das ohne eine gewisse
Organisation nicht geht. Diese Organisation geschieht im Fido
durch eine baumartige Topologie.
Host
|
|--------------------|--------------------|
| | |
| | |
| | |
Hub A Hub B Hub C
| | |
|------|------| |------|------| |------|------|
| | | | | | | | |
| | | | | | | | |
| | | | | | | | |
Node Node Node Node Node Node Node Node Node
X Y Z
Wenn also nun Node X eine geroutete Netmail an Node Z
schickt, wird diese vom Node zum Hub geschickt, der sie an den
Host weiterleitet. Der Host weiss nun, dass Node Z unter Hub C
hängt und schickt sie beim nächsten Poll von Hub C an diesen
mit. Hub C leitet sie wiederum weiter an Node Z, der bei ihm
pollt.
Eine Netmail, die an andere Nets/Regions/Zones geht, wird
ebenfalls nach diesem Schema geroutet.
Anzumerken bleibt lediglich noch, dass es natürlich auch
beliebig Querverbindungen geben kann (und tatsächlich gibt),
die nach Absprache auch benutzt werden können. Wenn z.B. Node
X und Node Z eine bestehende Verbindung zu Node Y haben, ist es
u.U. sinnvoll, die Netmail über diesen zu routen, da dieser
Weg kürzer ist.
Es ist praktisch nicht möglich (und auch nicht
beabsichtigt) ein umfassendes Routing-Schema für die Region zu
entwerfen. Ich hoffe aber, dass das Prinzip aus obigem Beispiel
deutlich wurde.
Der zweite Faktor, der möglicherweise der Klärung bedarf,
ist Echomail. Echomail ist, wie schon erwähnt, öffentliche
Mail in verschiedenen, nach Themen geordneten Areas. Auch hier
gilt im Prinzip das für Netmail gesagte, allerdings müssen
Host und Hub, die die Netmail weiterleiten, nicht gleichzeitig
auch der 'Lieferant' für Echomail sein.
Grundsätzlich ist jeder Node frei in seiner Entscheidung,
von wem er welche Echomail-Areas beziehen will.
Wenn wir von der oben stehenden Skizze ausgehen, wird eine
Echomail, die bei Node X geschrieben wurde, an Hub A geschickt,
der sie dann an alle angeschlossenen Nodes (natürlich auch an
den Host) weiterleitet. Voraussetzung hierbei ist allerdings,
dass der betreffende Node die Area auch bezieht. (Im Fido gibt
es, im Gegensatz zu anderen Netzen) keine Areas, die bezogen
werden müssen. Jeder Node bezieht also nur die, deren Inhalt
ihn interessiert.
Jeder Node verteilt also jede Echomail, die sein System
erreicht, an alle an diese Area angeschlossenen Nodes, die bei
ihm diese Area pollen oder bei denen er diese Area pollt.
Fragen, die immer wieder gestellt werden
F: Welche Rechte und Pflichten habe ich als User im Fidonet?
A: Keine. Fidonet ist ein Netz das per Definition nur aus Nodes
besteht. Das heisst im Klartext, dass User und Points für
Fidonet, 'rechtlich' gesehen, nicht existieren. Daraus ergibt
sich wiederum, dass ein User/Point soviel oder sowenig Rechte
hat, wie er vom jeweiligen Node zugestanden bekommt. Ursache
für diese, auf den ersten Blick recht ungewöhnliche Regelung
ist, dass jeder Node für alle Nachrichten, die über sein
System ins Fidonet kommen, gegenüber Fidonet die Verantwortung
trägt. Dies ist nicht mit der tatsächlichen (evtl.
strafrechtlichen) Verantwortung zu verwechseln. Diese richtet
sich selbstverständlich nach den geltenden Gesetzen.
F: Wozu dient Fidonet eigentlich?
A: Fidonet wurde gegründet, um mit Gleichgesinnten Nachrichten
austauschen zu können. In der Anfangszeit beschränkte sich
das lediglich auf Netmail. Erst später kam Echomail hinzu, die
heute de facto den Hauptbestandteil von Fidonet ausmacht. Der
Hauptnutzen wird also heute praktisch aus dem Austausch von
Echomail zu den verschiedensten Themen gezogen. Trotzdem werden
aber natürlich viele Freundschaften (manchmal auch
Feindschaften) auf Netmailbasis (weiter)gepflegt.
F: Wie ist das mit der Verteilung von Programmen über Fidonet
eigentlich?
A: Eine Verteilung von Programmen hat mit Fidonet absolut
nichts zu tun. Die Files, die zwischen vielen Fido-Boxen (in
sog. File-Echos) ausgetauscht werden, betreffen FidoNet nicht
im Geringsten. Sie sind praktisch das 'Privatvergnügen' der
jeweiligen Sysops.
F: Kann ich bei einer Fido-Box Files requesten, ohne direkt bei
dieser Box anrufen zu müssen?
A: Theoretisch ja, in der Praxis aber wohl nur sehr selten.
Dazu wäre es nämlich nötig, die Filerequest-Msg an das
Zielsystem zu routen (das geht problemlos) und das gewünschte
File dann von Box zu Box bis zu deinem Bossnode
zurückzurouten. Und hier taucht das eigentliche Problem auf,
da wohl nur die wenigsten Nodes damit einverstanden sein
werden, für irgendjemanden, den sie nicht mal kennen, etliche
Megabyte Files (soviele würden es mit Sicherheit, wenn man es
erlauben würde) auf seine Kosten abzuholen und für einen
Einzelnen quer durch Deutschland (oder die Welt) von System zu
System weiterzuleiten. Die Kosten dafür wären insgesamt auch
um ein Vielfaches höher als bei einem direkten Filerequest. Es
bleibt Dir also nur der direkte Anruf bei der betreffenden Box.
F: Was hat dann ein Filerequest überhaupt für Vorteile? Da
kann ich das File doch genauso gut gleich normal downloaden.
A: Eigentlich schon. Nur gibt's da doch ein paar kleine
Unterschiede: Bei einem normalen Download musst du dich erst in
die Box einloggen, dich bis zu dem entsprechenden
Download-Menü durchkämpfen, um dann eventuell feststellen zu
müssen, dass ein Download nur für eingetragene User erlaubt
ist. Also Userantrag ausfüllen, ein paar Tage warten, bis er
bearbeitet ist, dann nochmal anrufen und hoffen dass alles
klappt. Bei einem Request hingegen wird die gesamte Prozedur
die mit dem Holen des Files zusammenhängt, vom Mailer
automatisch und ggf. auch unbeaufsichtigt durchgeführt. Das
ist zwar keine Garantie, dass du bei dem Node das gewünschte
File auch bekommst, aber immerhin ist die Onlinezeit um
einiges kürzer als beim normalen Download.
F: Was sollte ich beachten, wenn ich Nachrichten im Fido
schreiben will?
A: Als erstes solltest Du Dir immer die Frage stellen, ob die
Nachricht, die Du schreiben willst, für viele Leser
interessant ist, oder ob Du nur eine bestimmte Person
ansprechen willst. Im zweiten Fall benutze dazu Netmail, damit
nicht tausende von Leuten für die von Dir geschriebene
Nachricht bezahlen müssen. Wenn Du zu dem Schluss kommst, dass
möglichst viele in den Genuss Deiner Nachricht kommen sollen,
überleg Dir, in welche Area die Nachricht passt. Eine
Nachricht in der falschen Area erreicht nicht den von Dir
gewünschten Empfängerkreis und ruft in der Regel nur Unmut
hervor. (Ausserdem in vielen Fällen eine Verwarnung oder
zumindest einen Hinweis durch den jeweiligen Moderator).
F: Warum sind Nachrichten mit kommerziellem Inhalt im Fido
nicht erlaubt?
A: Fido ist ein Hobbynetz, das von den Sysops aus deren eigenen
Taschen finanziert wird. Aus diesem Grund weigert sich Fido als
kostenloses Transportmedium für Anzeigen und Werbung von
Firmen zu dienen.
F: Aber wenn nun eine Firma etwas bezahlt um ihre Werbung ins
FidoNet schicken zu können?
A: Es ist schlicht und ergreifend nicht möglich, für
Nachrichten ins Fido eine angemessene Entschädigung zu
leisten. Selbst wenn die Firma dem Node, bei dem sie die
Werbung schreibt, etwas bezahlen würde, müssten tausende von
Systemen für den Erhalt dieser (unerwünschten) Nachricht mit
ihrem eigenen Geld bezahlen. Das Schreiben einer Nachricht
kostet wenig Geld. Teuer ist das Verteilen. Und verteilt wird
eben auf Kosten derer, die das ganze schlicht als Hobby
betreiben.
F: Warum sind Umlaute im Fido nicht erlaubt?
A: Weil bisher noch kein von allen Systemen unterstützter
Standard bezüglich der Behandlung von Umlauten existiert. Das
bedeutet, dass Nachrichten mit Umlauten, die z.B. auf einem
DOS-PC geschrieben wurden, auf einer Unix-Maschine nicht
unbedingt angenehm zu lesen sind.
F: Warum sind verschlüsselte Netmails im Fido nicht erlaubt?
A: Unter bestimmten Voraussetzungen sind solche Netmails
durchaus erlaubt. Es bedarf dazu lediglich der vorherigen
Zustimmung aller Nodes, die am Routing der Netmail beteiligt
sind. Liegt diese nicht vor, müssen Netmails in einem Format
verschickt werden, das es jedem Sysop ermöglicht, sie ohne
weitere Hilfsmittel in einem normalen Editor lesen zu können.
Der Grund hierfür ist, dass es im Fido jedem Node ermöglicht
werden muss, alle Nachrichten, die über sein System gehen,
lesen zu können, um einen eventuellen Missbrauch seines
Systems erkennen zu können. Unter Missbrauch fällt sowohl ein
verdecktes Filerouting z.b. durch uuencoded Msgs, als auch
Nachrichten mit kommerziellem oder strafrechtlich relevantem
Inhalt.
FidoNet ist KEIN Transportmedium für PRIVATE Nachrichten, es
bietet mit Netmails lediglich die Möglichkeit, Nachrichten zu
transportieren, die nur für einen sehr begrenzten
Personenkreis (normalerweise eine Einzelperson) von Interesse
ist. Wer damit nicht einverstanden ist, soll entweder Fido
meiden, oder seine privaten Nachrichten direkt an den
Empfänger schicken. (Am besten per Post oder Fax.)
F: Wie sieht's mit Vorstellungen und Testmessages aus?
A: Unterschiedlich. Vorstellungen sind in einigen Areas
durchaus üblich, in anderen wiederum verpönt. Grundsätzlich
lässt es sich wohl so zusammenfassen: Je mehr eine Area
technisch orientiert ist, umso weniger gebräuchlich sind
Vorstellungen. Etwas anders verhält es sich mit Testmessages.
Sie sind grundsätzlich in überregionalen Areas unerwünscht.
Frag Deinen Boss, er kann dir sicher eine lokale Area nennen,
die Du für Testzwecke benutzen kannst.
F: Ich interessiere mich stark für gelbgrüne Luftballons,
habe aber leider keine Area zu dem Thema gefunden. Jetzt will
ich selbst eine gründen. Wie kann ich das machen?
A: Als erstes solltest Du Dich erkundigen, ob andere auch
Interesse an diesem Thema haben. Wenn das der Fall ist und
wirklich keine Area existiert (Dein Boss sollte dazu notfalls
beim REC nachfragen), bitte Deinen Boss, die Area auf seinem
System einzurichten. Anschliessend teile den anderen
Interessenten mit, dass es jetzt die Area 'LUFTBALLON.GER' bei
deinem Boss zu beziehen gibt. Wenn das Interesse gro |